Demografischer Wandel und Austritte die Ursache

Kirche verliert viele Mitglieder

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Kirche klingt: Musik soll die Gläubigen verbinden. Das „EGplus“, ein Beiheft zum Gesangbuch, haben die beiden evangelischen Landeskirchen Kurhessen-Waldeck sowie Hessen und Nassau im Jahr 2017 herausgegeben.

Waldeck-Frankenberg – Die Kirchengemeinden werden kleiner, auch in Waldeck-Frankenberg.

Die Zahl der Kirchenmitglieder könnte sich einer wissenschaftlichen Prognose zufolge bundesweit bis zum Jahr 2060 halbieren. „Aber auch dann werden wir noch ein bedeutender Teil der Bevölkerung sein“, sagt die Dekanin des evangelischen Kichenkreises Twiste-Eisenberg, Eva Brinke-Kriebel. Sie warnt davor, schwarz zu malen.

 Die Kirchen spüren die demografische Entwicklung stark: Es gibt mehr Beerdigungen als Taufen. Entscheidend sind auch die Austritte. „Es ist heutzutage salonfähig, aus der Kirche auszutreten“, sagt die Dekanin. Viele stünden hinter der Institution, so lange es in die persönliche Lebensphase passe, zum Beispiel, wenn das Kind konfirmiert wird.

Kirche Solidargemeinschaft

 „Aber die Kirche ist eine Solidargemeinschaft, die von dauerhaften Mitgliedschaften lebt.“ Die Kirche leiste wichtige Arbeit. „Doch das kriegen diejenigen gar nicht mit, die austreten.“ Daher setzt das Kirchenkreisamt in Korbach jetzt verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit. Die katholische Kirche reagiert zum Beispiel mit Pastoralvereinbarungen, die Ideen enthalten, um die Kirche zukunftsfähig zu machen.

Im Bereich des ev. Kirchenkreises Twiste-Eisenberg hat es in diesem Jahr schon mehr als 200 Austritte gegeben – bei 38 300 Mitgliedern. 2018 waren es 277, 2017 waren es 149 und 2016 noch 153. Demgegenüber stehen einzelne Menschen, die in die Kirche eingetreten sind: in diesem Jahr bereits 24. Im Bereich des Kirchenkreises Eder sehen die Zahlen ähnlich aus. 2018 gab es 265 Austritte und im laufenden Jahr bislang 234 bei aktuell insgesamt 43 097 Kirchenmitgliedern. 

Menschen in Kirche eingetreten

Es gab in diesem Jahr aber auch schon 28 Eintritte. Stets waren mehr als die Hälfte derjenigen, die die Kirche verlassen haben, Männer.Ein Mitgliederschwund ist auch in den evangelischen Kirchen des Oberen Edertals zu bemerken. Hier wird auch deutlich, dass Sterbefälle am stärksten dazu beitragen. Diese übersteigen nicht nur die Zahl der Austritte, sondern auch die Zahl der Taufen. „Das nehmen wir nicht schulterzuckend hin“, sagt der Dekan Andreas Friedrich. Die Kirche reagiere mit etlichen Initiativen und Veranstaltungen.

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