Nach Corona-Absage werden erste Konfirmationen jetzt nachgeholt

Das Kleid passt ihr noch

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Sie freut sich auf die Konfirmation morgen: Maja Junk aus Birkenbringhausen mit ihrem Vater Oliver Junk.

Nachdem die üblicherweise im Frühjahr stattfindenden Konfirmationen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, werden jetzt die ersten Feiern nachgeholt. Die Zahl der Gäste ist allerdings begrenzt, Hygieneregeln müssen beachtet werden.

Birkenbringhausen– Der Termin 23. August ist zwar im Gottesdienstplan der Kirchengemeinde Birkenbringhausen vorsichtshalber mit Fragezeichen versehen. Inzwischen steht aber fest, dass die verschobene Konfirmation im Burgwalder Ortsteil wie geplant gefeiert werden kann – nachdem das ursprünglich angesetzte Datum, 19. April, wegen Corona abgesagt werden musste.

„Normalerweise ist hier in Birkenbringhausen sonst immer eine Woche nach Osten Konfirmation“, sagt Oliver Junk, dessen Tochter Maja mit fünf weiteren Jugendlichen am morgigen Sonntag von Pfarrer Ulrich Schnell konfirmiert wird.

Corona-Update: Maja Junk hat für die neu terminierte Konfirmation in Birkenbringhausen auch neue Einladungskarten verschickt.

Alle Eltern hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Konfirmation noch in diesem Jahr stattfinden solle, sagt Junk. In Absprache mit dem Kirchenvorstand habe man sich dann auf den 23. August geeinigt. Allerdings habe es zunächst die Regelung gegeben, dass pro Konfirmand nur fünf Personen am Gottesdienst teilnehmen durften. „Dadurch, dass die Beschränkungen inzwischen gelockert wurden, dürfen es jetzt aber 16 Personen sein“, sagt der Birkenbringhäuser.

Jede Familie bekomme zwei Bänke in der Kirche zugewiesen. Und auch der Einzug erfolge in einer vorher festgelegten Reihenfolge. „Abendmahl gibt es nur für die Konfirmanden, aber eine Einsegnung wird Pfarrer Schnell vornehmen“, so Junk.

Maja freut sich auf ihre Konfirmation und hat schon eine „Testfrisur“ für kommenden Sonntag ausprobiert. „Das war blöd, als im Frühjahr die Absage kam“, sagt die 14-Jährige und sieht es aber mittlerweile sogar als Vorteil an, dass die Konfirmation später ins Jahr verlegt wurde: „Jetzt ist das Wetter vermutlich besser als es im April wäre.“ Neu einkleiden muss sie sich nicht: „Schuhe und Kleid passen noch“, sagt die Konfirmandin. Die Gästeliste sei allerdings wegen den Corona-Vorschriften von 50 auf 30 „gedrückt“, wie Oliver Junk sagt.

Ursprünglich habe die Familie in der Dorfschmiede in Birkenbringhausen feiern wollen, dort dürften aber nach den aktuellen Vorschriften nur zehn Personen rein. „Jetzt machen wir es zuhause“, kündigt Oliver Junk an. Zum Mittagessen seien sie im Darmstädter Hof in Battenfeld angemeldet. „Das war von Anfang an so geplant, wir konnten den Termin verschieben.“

Ein „kleines Drama“ sei gewesen, dass Maja nicht – wie sehnlichst erwartet – im Frühjahr in den Jugendclub habe eintreten können, da das in Birkenbringhausen üblicherweise nur Konfirmierten gestattet sei. „Da haben wir aber dann ein Auge zugedrückt und es trotzdem erlaubt“, verrät ihr Vater schmunzelnd.

"Wir waren damals so kurz davor“

Auch sie musste wegen des Corona-Lockdowns warten: Am 20. September wird die 14-jährige Kaja Brandt aus Korbach in Strothe aber endlich konfirmiert. Wir sprachen mit ihr über die bevorstehende Feier und die zurückliegende Konfi-Zeit. 

Kaja Brandt feiert am 20. September Konfirmation

Nach der Absage im Frühjahr: Wie sehr freust du dich jetzt auf die Konfirmation im September? 

Darauf freue ich mich sehr. Wir waren damals so kurz davor, doch dann kam der Lockdown. Ich war richtig wütend. Bald ist aber endlich die Konfirmation und ich freue mich auf die Feier und darauf, endlich mein Kleid anzuziehen. 

Wie verbringst du den Tag der Konfirmation in Zeiten von Corona und was ist für dich die schlimmste Einschränkung? 

Die schlimmste Einschränkung ist, die Maske tragen zu müssen, wenn man mit den anderen Menschen spricht. Und dass mein Onkel vielleicht nicht kommt wegen Corona. Nach dem Gottesdienst in Strothe gehen wir mittags in ein Restaurant zum Essen und trinken dort auch Kaffee. 

Blickst du trotz Corona gerne auf Deine Konfi-Zeit zurück und was nimmst du davon für die Zukunft mit? 

Auf die Konfi-Zeit mit Pfarrer Wagner blicke ich gerne zurück. Mitnehmen in die Zukunft werde ich die Konfi-Fahrt nach Bad Hersfeld. Die war sehr verrückt und lustig. Die Freizeit war gerade, als Corona so richtig zum Thema wurde, aber zum Glück noch vor dem Lockdown. 

Gottesdienst soll live im Internet zu sehen sein

In der Korbacher Stadtkirchengemeinde finden die Konfirmationen zwischen dem 28. August und 27. September statt. „Wir haben im Vorfeld gemeinsam im Korbacher Pfarrteam überlegt, wie das Ganze gehen kann und uns dann dafür entschieden, die Konfirmationen in mehreren Kleingruppen pro Bezirk durchzuführen. Das haben wir dann den Eltern im Rahmen von Elternabenden vorgeschlagen und uns auf dieses einheitliche Verfahren geeinigt“, berichtet Pfarrer Steffen Blum. 

Neben den üblichen Hygienemaßnahmen sei die größte Einschränkung, dass pro Konfirmandin oder Konfirmand nur eine begrenzte Anzahl an Gästen mitkommen könne. „Wir müssen die Familien nach vorheriger Anmeldung blockweise in der Kirche platzieren, um die nötigen Abstände einhalten zu können. Da wir die übrigen Plätze in der Kirche für den Kirchenvorstand und Mitwirkende benötigen, kann leider sonst niemand an den Konfirmationen teilnehmen“, sagt Pfarrer Blum. 

„Wir arbeiten aber gerade an einer Lösung, die Gottesdienste live im Internet zu streamen, damit einige Gäste und interessierte Gemeindeglieder zumindest virtuell am Gottesdienst teilnehmen können.“ Ansonsten gelten nach Auskunft des Geistlichen die Einschränkungen, die seit der Wiederaufnahme für Gottesdienste umgesetzt werden müssen. „Wir werden kein Abendmahl feiern, das sonst fester Bestandteil der Konfirmationsfeier war. Es darf auch nach wie vor nicht im Gottesdienst gesungen werden. Die Gottesdienste werden im Ganzen auch kürzer sein, damit dazwischen ausreichend Zeit zum Lüften und Desinfizieren ist.“ Das sei alles nicht schön – angesichts der Lage aber die einzige Möglichkeit, die Konfirmationen dieses Jahr noch durchführen zu können. 

Auf die Frage, ob er froh sei, dass Konfirmationen nun endlich nachgeholt werden können, antwortet der Pfarrer mit „einem klaren und deutlichen Jein“. „Es tat uns von Herzen leid, dass die Konfis ihre Feier nicht wie geplant im Mai durchführen durften. Das, was wir jetzt machen, ist nicht das, wie sie es sich gewünscht oder erträumt hatten“, betont Steffen Blum und fügt hinzu: „Viel lieber würden wir in einer vollen Kirche mit der gesamten Gruppe feiern – mit lautem Gesang und Abendmahl am Vorabend, mit Gruppenfoto mit allen vor der Kirche und großen Feiern im Anschluss.“ Das alles gehe jedoch nicht. 

„Andererseits starten wir in der kommenden Woche mit dem neuen Konfirmandenkurs – natürlich auch unter Corona-Bedingungen mit verändertem Programm und in Kleingruppen. Wir wissen noch nicht, ob wir diese im kommenden Frühjahr wie gewohnt werden konfirmieren können oder auch dort nach Alternativen werden suchen müssen“, so Blum. Insofern hätte auch eine Verschiebung ins nächste Jahr nicht viel mehr Sicherheit gebracht. „Daher bin ich trotz allem froh, dass unsere Konfis ihre Konferzeit nun zu Ende bringen und wir ihnen Gottes Segen mit auf ihren Weg geben können.

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