Nachfolger für Betriebe und Auszubildende fehlen

Kleine Bäckereien im Landkreis sterben aus

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Aus eigener Herstellung: Gerhard Tent aus Korbach, Obermeister der Bäckerinnung Waldeck-Frankenberg, schüttet hier gerade frisch gebackene Brötchen in den Korb. Er kennt die Probleme der kleinen Bäckereien im Landkreis.

Waldeck-Frankenberg. In Frankenberg gibt es seit dem 1. Januar nur noch einen Bäcker, der selbst vor Ort backt. Die Bäckerei Stremme stellt den Betrieb ein – so wie Anfang Dezember bereits die Stadtbäckerei Himmelmann. Übrig bleibt nur noch der Betrieb von Karl-Hans Vöhl.

Seit Beginn der 90er-Jahre hat sich die Anzahl der brotbackenden Betriebe im Landkreis Waldeck-Frankenberg mehr als halbiert: von 72 auf 31. „In den meisten Fällen findet sich einfach kein Nachfolger“, erklärt Gerhard Tent, Obermeister der Bäcker-Innung des Kreises. Auch Auszubildende gebe es nicht genug, berichtet Dirk Schmid. Er ist an der Korbacher Berufsschule als Abteilungsleiter Ernährung und Hauswirtschaft auch für die Bäcker zuständig. „Sieben bis acht Azubis kommen noch auf drei Jahrgänge. Vor zehn Jahren waren es doppelt so viele“, erläutert er. 

Innungsmeister Tent ist in Korbach, wo es früher mal zehn Bäcker gegeben hat, mittlerweile ebenfalls der einzige, der noch selbst produziert. „Probleme bereiten den Kleinbetrieben unter anderem die immer neuen Gesetze und Auflagen“, sagt er. Ein Beispiel: Ab diesem Jahr müssen die Kassen in deutschen Geschäften die Umsätze der letzten zehn Jahre speichern. „Die 5000 Euro für die Anschaffung neuer Kassen sind eine Menge Geld für ein kleines Unternehmen“,betont Tent. 

Leben könne man von dem Geschäft nach wie vor, sagen die Bäcker im Landkreis. Aber eben nicht mehr so gut, dass sich die Selbstständigkeit – mit oft über 60 Wochenstunden – noch entsprechend lohne. Die Billigprodukte der Discounter machen den kleinen Betrieben zu schaffen. Für 13 Cent bekommen Kunden dort ein Brötchen. „Mit solchen Preisen können wir nicht mithalten“, sagt Karl-Hans Vöhl. Bei ihm und seinen Kollegen im Kreis sind es zwischen 30 und 35 Cent – auch bei den Großbäckereien Plücker und Müller. Von Christopher Ziermann

Weitere Informationen zu den Gründen, warum immer mehr Bäckereien schließen, lesen Sie in der WLZ vom 2. Januar

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