Petra Thill hat alten Nutzgarten in eine grüne Oase verwandelt · „Tag der offenen Gärten“ am 14. und 15. Juni

Ein Kleinod in der Volkmarser Altstadt

Volkmarsen - Wenn am 14. und 15. Juni der „Tag der offenen Gärten“ zum Schauen und Flanieren einlädt, wird auch Petra Thill aus Volkmarsen ihr „Kleinod in der Altstadt“ erstmals für Besucher öffnen.

Der Name „Kleinod in der Altstadt“ ist treffend gewählt: Kaum jemand würde solch eine grüne Oase in der dicht bebauten Fachwerk-Altstadt in Volkmarsen vermuten. Hinter dem Eckhaus Geiling­straße und Fischerstraße hat Petra Thill den ehemaligen Nutzgarten ihrer Schwiegermutter Stück für Stück zu ihrem Wunsch- und Wohlfühlgarten umgestaltet.

Vor zwanzig Jahren hat sie damit begonnen, eine Hecke als Sichtschutz zu pflanzen und „die geraden Kanten wegzumachen“. Wo heute ein idyllisch mit alten Sandsteinsteinen eingefasster Wasserlauf die Blicke der Besucher auf sich zieht, wurden damals noch Kartoffeln angebaut. Der ehemalige Schweinestall gleich daneben dient inzwischen als Gartenmöbellager und Rückzugsort, wenn das Wetter mal ungemütlich wird. So überschaubar der Garten mit seinen rund 350 Quadratmetern auch ist, so abwechslungsreich hat Petra Thill die verschiedenen Zonen gestaltet. Geschlängelte Beetränder und Solitärpflanzen sorgen dafür, dass nicht alle Stellen gleichzeitig einsehbar sind. Da gibt es einen Sitzplatz in der Sonne, neben dem zurzeit vor allem eine rote Pfingstrose die Blicke auf sich zieht. Das reich blühende Prachtstück hatte sich vor Jahren allen Ausgrabe-Versuchen der Hobbygärtnerin widersetzt und darf nun ungestört gedeihen.

In der Schattenecke hat Petra Thill ein kleines Refugium für buntblättrige Funkien und Hortensien geschaffen. Und für den Wasserlauf haben Petra Thill und ihr Ehemann die Steine eines vor Jahrzehnten abgerissenen Klostergebäudes wiederverwendet, das einstmals auf dem Grundstück gestanden hatte. Nur der Nutzgarten sei ihre Sache nicht, räumt die Volkmarserin ein. Drei Tomatenpflanzen mit Regenschutz und ein Johannisbeerstrauch zum Naschen müssen reichen. Für die Enkelkinder hat Familie Thill ein freies Stück Rasen als Spielplatz ausgespart. „Wir haben robuste Pflanzen, da darf eine Blume auch mal umknicken“, erklärt Petra Thill. Aktuell hat sie bereits ein weiteres Stück Garten zur Umgestaltung ins Auge gefasst. „Pläne mache ich aber nicht, das ergibt sich alles ganz spontan“, sagt die Gartenfreundin, die sich bereits jetzt auf viele Besucher zum „Tag der offenen Gärten“ freut.

Sandra Simshäuser

Hintergrund

43 Gartenbesitzer aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg öffnen am 14. und 15. Juni jeweils von 10 bis 18 Uhr die Pforten zu ihren privaten grünen Paradiesen. Der Tag der offenen Gärten wird ehrenamtlich organisiert, Landkreis und Sparkasse Wal­deck-Frankenberg fördern das Projekt finanziell. Landrat Dr. Reinhard Kubat ist Schirmherr. Präsentiert wird das Gartenfestival von der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.gaerten-waldeck-frankenberg.de.

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