Waldeck-Frankenberg

Knochenmarkspende mit Erfolg

- Waldeck-Alraft (resa). Ein Jahr lang hat Julian gegen den Krebs gekämpft. Im August bekam er neues Knochenmark – nachdem mehr als 2600 Menschen an einer Typisierungsaktion teilgenommen hatten. Die ersten Untersuchungen machen Hoffnung.

Wenn es um Kekse geht, dann greift Julian gerne zu – wie jeder andere 14-Jährige Junge eben auch. Nur Julian muss sich vorher genau die Angaben auf der Packung durchlesen. „Denn bei Nüssen und anderen Sachen muss ich vorsichtig sein“, erklärt er. Der Alltag ist bei Familie Köhler in Alraft eben noch nicht eingekehrt. Seit genau einem Jahr kämpft die Familie mit ihrem ältesten Sohn gegen das Non-Hodgkin-Lymphom. Die längste Zeit dieses Jahres haben die Eltern mit ihrem Sohn im Krankenhaus verbracht – mit Hoffnungen und Ängsten, Lichtblicken und tiefen Enttäuschungen. Sie bangten um das Leben ihres Jungen. Gemeinsam mit vielen Waldeck-Frankenbergern hatten sie sich im Juli auf die Suche nach einem Knochenmarkspender gemacht – mehr als 2600 Menschen waren zur Typisierung ins Bürgerhaus Korbach gekommen. Viele Menschen hatten Geld gespendet. „Und dieses Geld ist komplett in die Typisierung geflossen“, erklärt Thorsten Köhler. So viele Menschen hätten sich engagiert und die Familie unterstützt, sagt er. „Dafür wollen wir Danke sagen“, betont auch Mutter Kerstin Köhler. Eine 22-Jährige schließlich, die sich an anderer Stelle hatte typisieren lassen, brachte neue Hoffnung für die Familie. Ihr Knochenmark passte zu Julians. Krebszellen sind zerstört Am 22. Juli machte sich der Junge mit seinen Eltern auf den Weg in die Klinik nach Gießen. Zehn Tage lang wurde sein eigenes krankes Knochenmark zerstört, am 5. August bekam er per Tropf dann das Knochenmark der Spenderin – der Tag Null. „23 Stunden lang sind per Tropf 2400 Milliliter mit Knochenmark in Julians Blut übertragen worden“, erklärt Vater Thomas Köhler. Bis auf einen kleinen Hautausschlag vertrug der 14-Jährige das gut.„Am Tag 33 bei der zweiten Punktion erfuhren wir dann, dass 99 Prozent der Krebszellen durch gesunde Spenderzellen ersetzt worden waren“, erzählt Thomas Köhler. Die Erleichterung war groß und langsam traute sich die Familie wieder, Hoffnung zu schöpfen.  „Die Werte sind stabil“, sagt Thomas Köhler, „aber wir wissen noch nichts über den Tumor“. Und deswegen will er sich noch nicht so recht freuen über den ersten Erfolg. „Die Sorge bleibt, wir haben schon so oft gehofft“, sagt er und wartet auf die Untersuchungen, die noch im November die quälenden Fragen beantworten sollen.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung von Donnerstag, 4. November 2010.

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