Enge Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern in Frankenberg, Korbach und Winterberg vereinbart

Kooperation statt Konkurrenz der Kliniken

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Denken über neue Kooperationen nach: Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses in Frankenberg und des Sankt-Franziskus-Hospitals in Winterberg, Christian Jostes (links), und der Geschäftsführer des Korbacher Stadtkrankenhauses Wolfgang Kluß in den Räumen des Linksherzkathetermessplatzes der Korbacher Klinik.

Waldeck-Frankenberg - Was beim Herzkathetermessplatz und bei der Sterilisation von Instrumenten bereits funktioniert, soll ausgebaut werden: Drei Krankenhäuser wollen enger zusammenarbeiten - über die Landesgrenze hinweg.

Das Kreiskrankenhaus in Frankenberg, das Stadtkrankenhaus in Korbach und das in kirchlicher Trägerschaft befindliche St.-Franziskus-Hospital in Winterberg wollen dem bundesweiten Kliniksterben trotzen, indem sie gemeinsam neue Wege der Zusammenarbeit gehen. Das vereinbarten die beiden Geschäftsführer Wolfgang Kluß (Korbach) und Christian Jostes (Frankenberg und Winterberg) bei einem Treffen in der Korbacher Klinik.

Was seit 2010 bereits beim Herzkathetermessplatz zwischen Winterberg und Korbach funktioniert, soll künftig auf andere Bereiche erweitert werden. So hat das Winterberger Krankenhaus darauf verzichtet, einen eigenen Linksherzkathetermessplatz zu errichten. Stattdessen nutzt der kardiologische Chefarzt Dr. Guido Caspari für seine Winterberger Patienten die Geräte in Korbach. Dadurch hat das Sankt-Franziskus-Hospital erhebliche Anschaffungskosten gespart und der Korbacher Klinik steht neben den Kardiologen Serguei Korboukov und Dr. Renate Rauscher mit Dr. Guido Caspari ein weiterer qualifizierter Kardiologe zur Verfügung. „Die Zusammenarbeit klappt ganz hervorragend“, betont der Korbacher Klinikchef Wolfgang Kluß. So werde eine 24-stündige qualifizierte Rundumversorgung für Linksherzkatheteruntersuchungen sichergestellt, trotz des Fachärztemangels im ländlichen Raum.

„Da sich die Krankenhauslandschaft in einem stetigen Wandel befindet, müssen insbesondere die kleineren Krankenhäuser im ländlichen Raum neue Wege der Zusammenarbeit finden“, ergänzt Christian Jostes, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses und des Sankt-Franziskus-Hospitals.

Über Landesgrenze hinweg

Von einer Fusion der Kliniken ist derzeit jedoch keine Rede. Zunächst geht es um die Intensivierung der Zusammenarbeit. Krankenhausfusionen seien zwar in Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet für die Bevölkerung unproblematisch, sind sich Kluß und Jostes einig. Krankenhäuser gebe es dort genug, ohne dass Patienten weite Strecken fahren müssen. „Aber gerade bei uns im ländlichen Raum, wo schon immer mehr Arztpraxen geschlossen und die Wege weiter und weiter werden, müssen wir alles daran setzen, die medizinische Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten“, unterstreicht Kluß.

Kooperationen der Krankenhäuser verschiedener Träger und mit Hessen und Nordrhein-Westfalen auch noch länderübergreifend sind neue Wege. Was zwischen Winterberg und Korbach im Bereich der Kardiologie gut funktioniert, hat sich zwischen Korbach und Frankenberg bereits seit geraumer Zeit bei der Sterilisation etabliert. So werden die Instrumente aus Korbach täglich nach Frankenberg transportiert und dort wieder steril gemacht.

Die Korbacher Klinik spart Kosten, da sie keine eigene Sterilisation unterhalten muss, und für Frankenberg ist die gute Auslastung und damit Wirtschaftlichkeit der Sterilisation gesichert. Ab 2014 zieht das Winterberger Krankenhaus nach und lässt seine Instrumente ebenfalls in Frankenberg reinigen.

Weitere Ideen in Arbeit

„Gemeinsam mit den jeweiligen Aufsichtsgremien der Krankenhäuser führen wir derzeit Gespräche, in welchen Bereichen die drei Krankenhäuser darüber hinaus kooperieren könnten“, erläutert Jostes. „Für alle drei Standorte sind gewinnbringende Kooperationen sinnvoller, als einen regionalen Wettbewerb zu forcieren. Unser aller Ziel ist doch die langfristige Sicherung der Krankenhäuser und damit der medizinischen Versorgung.“ Durch eine Zusammenarbeit könnten Doppelstrukturen abgeschafft und in weitere Ressourcen im Sinne der Patientenversorgung investiert werden.(r/apa)

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