Trotz der Corona-Krise:

Korbacher Agentur meldet für August 43 Arbeitslose weniger im Kreis

Die Arbeitslosenquote steigt aufgrund der Corona-Pandemie.
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Einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im August: Im Kreis waren 3940 Jobsuchende gemeldet, 43 weniger als im Juli. 

Einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im August: Im Kreis waren 3940 Jobsuchende gemeldet, 43 weniger als im Juli. Aber es sind 987 mehr als noch vor einem Jahr, ein Plus von 33,4 Prozent. Die Quote liegt wie im Juli bei 4,5 Prozent – im August 2019 lag sie noch bei 3,4 Prozent.

Waldeck-Frankenberg – Nach anfänglichem Beben zeige sich der heimische Arbeitsmarkt weiter einigermaßen robust gegen die Corona-Krise, beschrieb der „Geschäftsführer operativ“ der Agentur, Manfred Hamel, am Dienstag bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen. Der Arbeitsmarkt sei „den Umständen entsprechend stabil“.

Lage in den Geschäftsstellen

Ein Blick auf die drei Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit im Kreis:

  • In Korbach mit Bad Wildungen waren im August 1843 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 32 weniger als im Juli, ein Minus von 1,7 Prozent. Aber es sind 439 mehr als im Corona-freien Monat August 2019, ein Plus von 31,3 Prozent. Die Quote sinkt um 0,1 auf 4,4 Prozent, liegt aber um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahresmonat.
  • Frankenberg meldet 1214 Arbeitslose, einer mehr als im Juli, ein Plus von 0,1 Prozent. Und es sind 381 Betroffen mehr als im Vorjahresmonat, ein Plus von immerhin 45,7 Prozent. Die Quote liegt unverändert bei 4,2 Prozent, diesmal punktgleich mit Melsungen – die beiden Geschäftsstellen haben im August die niedrigste Quote im Bezirk. Aber sie liegt um 1,3 Prozentpunkt höher als im August 2019.
  • In Bad Arolsen sind derzeit 883 Menschen ohne Beschäftigung erfasst. Im Vergleich zu Juli sind das zwölf Menschen weniger, ein Minus von 1,3 Prozent, aber im Vergleich zum August 2019 sind es 167 Arbeitslose mehr, ein Anstieg um 23,3 Prozent. Die Quote sinkt leicht auf 5,0 Prozent – im Juli lag sie noch bei 5,1 Prozent Aber im August des Vorjahres lag sie bei 4,0 Prozent.

Lage im Agenturbezirk

Zum Agenturbezirk gehört auch der Schwalm-Eder-Kreis, in dem die Arbeitslosigkeit im August um zwei Prozent gestiegen ist. In beiden Kreisen waren insgesamt 8235 Menschen ohne Job registriert, 40 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote im Bezirk liegt wie in den beiden Vormonaten bei 4,4 Prozent.

Mehr Langzeitarbeitslose

Angesichts der Pandemie sei es erfreulich, dass die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk nur gering gestiegen sei, sagte Hamel. Allerdings sei sie in den vergangenen drei Jahren von Juli auf August immer zurückgegangen. Beim Anstieg bei den jüngeren Arbeitslosen und der stetig wachsenden Zahl der Langzeitarbeitslosen würden die Corona-Auswirkungen deutlich. Hamel schätzt, dass rund ein Viertel der Arbeitslosen auf die Pandemie zurückzuführen seien.

Aber er sieht auch Zeichen für eine „verhalten positive Stimmung“: Die Bewegung am Arbeitsmarkt habe erneut zugenommen, bei den neu gemeldeten offenen Stellen sei sogar das Niveau des Vorjahres überschritten.

Wichtiges Instrument Kurzarbeit

Dabei dürfe die stabilisierende Wirkung des Kurzarbeitergeldes nicht vergessen werden, erklärt Hamel. Positives Anzeichen: Hochrechnungen deuten darauf hin, dass Unternehmen das arbeitsmarktpolitische Instrument zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit offenbar weniger stark in Anspruch genommen haben als zunächst befürchtet.

Weil die Betriebe drei Monate Zeit haben, um das Kurzarbeitergeld abzurechnen, liegen derzeit nur Hochrechnungen für den März und April vor. Im März waren im Agenturbezirk mit den beiden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder 9688 Beschäftige in 1268 Betrieben in Kurzarbeit, im April waren es 24 323 Menschen in 2259 Betrieben. Der zeitliche Umfang der Kurzarbeit gehe aus diesen Zahlen nicht hervor, erklärte Hamel.

Zum Vergleich: Kurzarbeit angezeigt hatten für beide Monate 2907 Arbeitgeber für maximal 40.020 Beschäftigte. Erwartungsgemäß hätten etliche Unternehmen vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, sie jedoch in deutlich geringerem Umfang realisiert, erläuterte der Geschäftsführer. Nach wie vor gingen noch einige neue Kurzarbeitsanzeigen von Betrieben an, im August seien es im Agenturbezirk 15 gewesen.

Unternehmen melden wieder mehr offene Stellen

Die Zahl der offenen Stellen ist im Bezirk der Korbacher Agentur im August um 139 auf 2453 gestiegen. Der Bestand liegt immer noch um 862 Stellen niedriger als vor einem Jahr – ein Minus von 26 Prozent. Allerdings ist die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen im vierten Monat in Folge gestiegen, sie liegt aktuell bei 771, das sind 172 Stellenzugänge mehr als im Juli und 62 mehr als im August 2019.

Noch Lehrstellen frei

Auf dem Ausbildungsmarkt sind im Bezirk noch 624 gemeldete Stellen unbesetzt. Gleichzeitig suchen noch 354 junge Menschen einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr. Obwohl das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, können Interessenten in vielen Berufen noch einsteigen. (red/-sg-)

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