Waldeck-Frankenberg

Korbacher engagieren sich in Haiti

- Korbach (r). Die Korbacher Hilfsorganisation ora international hilft mit einem eigenen Team im Erdbebengebiet von Haiti.

Nur langsam offenbart sich der Albtraum, der Haiti, das ärmste Land der westlichenHalbkugel, am vergangenen Dienstagnachmittag ereilt hat. Das schwerste Erdbeben seit über 150 Jahren stürzte das Land in Chaos und Verzweiflung.

Auch die Mitarbeiter der Korbacher Hilfsorganisation ora international bangten um ein Lebenszeichen einer vermissten Mitarbeiterin. Nach 15 Stunden kam endlich die Entwarnung. Ellen Louis meldete sich am Telefon: „Ich konnte mich mit meinem Mann aus einem dreistöckigen Gebäude retten, während ringsum die Häuser einstürzten. Ich war geschockt ... voller Angst.“

In der ora-Zentrale redet man von einem Wunder, denn die 72 Kinder aus einem seit 12 Jahren unterstützten Kinderheim in Jacmel blieben unverletzt. Lediglich ein Junge sei verwundet und das Gebäude leicht beschädigt worden, sagte ora-Geschäftsführer Matthias Floreck.

Jacmel liegt nur 26 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Von dort aus koordiniert ora-Mitarbeiterin Ellen Louis mit einem Team von ehrenamtlichen Helfern die Soforthilfe. Diese sieht vor, Lebensmittel wie auch Kleidung und Medikamente in einem Gesamtwert von zunächst 20.000 Euro an die Not leidende Bevölkerung der stark zerstörten 35.000-Einwohner-Stadt Jacmel zu verteilen. Die Hilfe wird zusammen mit dem Bürgermeisteramt der Stadt koordiniert und abgestimmt. „Hier in Jacmel ist die Zerstörung verheerend,“ berichtet Ellen Louis. „Die Menschen haben Angst vor weiteren Beben und sind gleichzeitig dankbar, überlebt zu haben. Wir tun alles, um die Hilfe effektiv verteilen zu können.“

Geplant ist zudem die Entsendung eines Hilfsgütercontainers mit 20 Tonnen hochwertiger Hilfsgüter aus Korbach ins Krisengebiet. Die Soforthilfe werde laut ora-Geschäftsführer entsprechend der Spendeneinnahmen erweitert. Floreck ist sich sicher: „Neben der Erstversorgung ist eine Wiederaufbauhilfe unumgänglich, denn Haiti wird diese Krise nicht aus eigener Kraft bewältigen können.“

Sorgenvoll wartet ora zurzeit auf Nachricht aus einem weiteren unterstützten Heim in der Hauptstadt Port-au-Prince. Bis jetzt war keine Kommunikation möglich, denn noch immer liegen in großen Teilen der Stadt die Telefonnetze brach.

ora international bittet weiter um Spenden für die Erdbebenopfer auf das Konto 7500, BLZ 52350005 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, Stichwort „Erdbeben Haiti“. Seit 12 Jahren unterstützt ora in Haiti insgesamt drei Kinderheime und eine Schule in Portau-Prince und Jacmel.

Weitere Informationen über die Arbeit vor Ort sowie einen Blog mit aktuellen Nachrichten aus dem Katastrophengebiet gibt es auf der Internetseite www.ora-international.de

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