Anruf-Sammel-Taxi wird immer häufiger genutzt · Kosten für Kommunen klettern weiter

Kosten steigen um 74000 Euro

+
Weil das Anruf-Sammel-Taxi immer öfter genutzt wird, steigen die Kosten für Kommunen und Landkreis.Fotos: Archiv

Waldeck-Frankenberg - Fast eine Million Euro bezahlen Landkreis und Kommunen in Waldeck-Frankenberg für das Anruf-Sammel-Taxi 2014. Das zeigt die aktuelle Abrechnung der Energie Waldeck-Frankenberg.

Die Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg müssen in diesem Jahr zusammen voraussichtlich 74000 Euro mehr als im Vorjahr für das Anruf-Sammel-Taxi (AST) bezahlen - insgesamt 936000 Euro. Die gleiche Summe kommt auch auf den Landkreis zu, der die andere Hälfte der Kosten des AST-Verkehrs trägt. Das hat die für den öffentlichen Personennahverkehr zuständige Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) den Kommunen nun mit der Abrechnung für 2014 mitgeteilt.

Der Grund für die höheren Kosten ist eigentlich positiv: Das AST wird immer öfter genutzt, 2014 fuhren 5000 Fahrgäste mehr mit als 2013 - insgesamt waren es 225 952. Nach der bisherigen Bilanz erwartet die EWF 2015 noch einmal mehr Fahrten. Die Kosten steigen, die Erträge aber nicht im gleichen Maße. Das war auch schon im Vorjahr: Der kommunale Anteil hatte sich um rund 32000 Euro erhöht.

Wie viel jede Kommune bezahlt, berechnet sich danach, wie oft sie als Ziel angefahren wurde. Der Schnitt pro Einwohner lag 2014 bei 0,92 Fahrten. Auf die meisten Fahrten pro Einwohner kamen 2014 wieder die Tourismusgebiete rund um den Edersee: Bei nur 4773 Einwohnern wurden in Diemelsee 9095 Fahrten mit 14 206 Insassen gezählt. Willingen belegte mit 10431 Fahrten und 16921 Fahrgästen bei 6344 Einwohnern den zweiten Platz, gefolgt von Vöhl, wo 9868 Fahrten mit 15942 Fahrgästen verzeichnet wurden. Schlusslicht ist Hatzfeld, wo über das gesamte Jahr gesehen nur 989 Fahrten mit 1506 Insassen gezählt wurden.

Nach absoluten Zahlen liegt Korbach mit 22676 Fahrten und 38163 Fahrgästen an der Spitze (0,94), gefolgt von Bad Arolsen (18 479 Fahrten/28609 Gäste/1,20) und Frankenberg (17661 Fahrten/28 623 Gäste/0,93).

Entsprechend schwanken die Kosten, die sich danach richten, wie oft eine Kommune als Zielort angefahren wurde: Für das vergangene Jahr musste Korbach einen Anteil von rund 150 000 Euro zahlen, Frankenberg 113 500 und Bad Arolsen 92 000 Euro. Vergleichsweise günstig sind Hatzfeld (6400), Bromskirchen (8800) und Burgwald (9100) davongekommen. Die Prognose für dieses Jahr sieht für 17 der 22 Kommunen eine Kostensteigerung vor, weil dort das AST bislang schon öfter genutzt wurde als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die Erhöhungen liegen teilweise im Bereich von bis zu 20000 Euro. Nur Battenberg, Burgwald, Diemelsee, Edertal und Rosenthal müssten nach derzeitigem Stand etwas weniger bezahlen als im Vorjahr.

Der Landkreis trägt jeweils die andere Hälfte der Kosten - also ebenfalls die geplanten 936000 Euro. Im Jahr zuvor waren es für beide Seiten rund 862000 Euro.

Der erste AST-Verkehr in Waldeck-Frankenberg wurde 1988 in Willingen eingerichtet. Der Landkreis übertrug diese Aufgabe 1997 an die damalige VEW. Seit 1997 findet ein kontinuierlicher Ausbau des AST-Verkehrs statt. Letzte größere Ergänzungen gab es 2011 durch den Anschluss von Gemünden und Haina.

Zum Fahrplanwechsel Ende 2014 wurde die Linie von Hillershausen bis nach Medebach ausgedehnt. Zum Anschluss von Ehringen (Volkmarsen) und Biebighausen (Hatzfeld) gebe es jedoch keine Planung, sagt Alfred Protzek von der EWF. Verbindungen in Randbereiche, wie eine Direktverbindung nach Marburg und Winterberg, seien ebenfalls nicht vorgesehen.

Hintergrund

Das Anruf-Sammel-Taxi (AST) fährt wie ein Linienbus zu festen Zeiten von Haltestelle zu Haltestelle – aber nur auf Bestellung. Wer also von A nach B will, ruft mindestens 30 Minuten vor der Abfahrtszeit die Zentrale unter 05631/5062088 an. Das Anruf-Sammel-Taxi gilt als eine Ergänzung zu Bus und Bahn. Es wird auf Verbindungen mit wenig Nachfrage eingesetzt und fährt zu Zeiten, an denen Bus oder Zug nicht fahren. Die Preise entsprechen denen des Busverkehrs plus einem Zuschlag von einem Euro pro Fahrt. Eine Fahrt innerhalb einer Kommune kostet zum Beispiel 2,10 Euro plus den Zuschlag. Fahrpläne gibt es im Internet: www.ewf.de/oepnv.

Von Gudrun Skupio

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare