Waldeck-Frankenberger Gesundheitsamt gibt Empfehlungen

Für Kranke gibt es Ausnahmen zur Maskenpflicht

Mit Asthma-Spray und dem Attest: Anna-Christina Reh aus Adorf kann wegen ihrer Asthma-Erkrankung keine Schutzmaske tragen. Das hat ihr der Hausarzt bescheinigt. Doch ihr Metzger bestand auf der Maskenpflicht. Foto: Schilling
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Mit Asthma-Spray und dem Attest: Anna-Christina Reh aus Adorf kann wegen ihrer Asthma-Erkrankung keine Schutzmaske tragen. Das hat ihr der Hausarzt bescheinigt. Doch ihr Metzger bestand auf der Maskenpflicht.

Bei der Maskenpflicht gibt es Ausnahmen für Kranke, die ein ärztliches Attest vorweisen können. Das Gesundheitsamt für Waldeck-Frankenberg gibt dazu Empfehlungen.

Alle 16 Bundesländer haben im Frühjahr eine Maskenpflicht eingeführt, um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Die Stoffbedeckung für Mund und Nase soll andere schützen. Aber was ist, wenn Menschen aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können? Für sie gibt es Ausnahmen.

Im Geschäft nicht bedient

Anna-Christina Reh aus Diemelsee hatte sich an die Redaktion gewandt: Die Adorferin leidet an Asthma, ein Arzt hat ihr in einem Attest bescheinigt, dass sie keine Maske tragen könne. Doch ohne Maske wollte sie ein Metzger in seinem Geschäft nicht bedienen. Das wertet sie als „Diskriminierung von chronisch kranken Menschen“.

Die Kundin sei bei früheren Besuchen im Geschäft mehrfach darauf aufmerksam gemacht worden, dass auch sie eine Maske tragen solle, berichtet der Metzgermeister auf Nachfrage. Darum habe er sie an diesem Tag erneut auf die Pflicht hingewiesen.

Attest für Ausnahmen erforderlich

Was empfiehlt das Gesundheitsamt? Die Pressereferentin der Kreisverwaltung, Ann-Katrin Heimbuchner, verweist auf die Verordnung des Landes, nach der grundsätzlich alle im „Publikumsbereich“ von Geschäften eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssten. 

Wer aus gesundheitlichen Gründen – etwa wegen einer Atemwegserkrankung – keine Maske tragen könne, müsse dies durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen. „Wir empfehlen, diesen Nachweis mit sich zu führen, um ihn bei Nachfrage vorzeigen zu können“, erklärt Heimbuchner. 

Die Adorferin hat ihren Attest immer dabei, somit hätte alles richtig gemacht. 

"Eigentümer das Hausrecht"

Aber: „In Geschäften haben die Eigentümer das Hausrecht“, betont Heimbuchner – somit hätten sie auch die Befugnis, Kunden der Räume zu verweisen. Denn falls es beispielsweise durch den Besuch in einem Geschäft zu einer Infektion mit dem Corona-Virus komme, „trägt der Eigentümer mit Verantwortung dafür“. Inhaber von Verkaufsstätten dürften daher auch weitergehende Schutzvorkehrungen umsetzen, wenn sie dies für geboten hielten. 

Insofern hat auch der Metzger korrekt gehandelt. „Bei uns tragen alle Masken“, erklärt er. Er halte sich an die Vorschriften, die eine Mskenpflicht vorsähen. Und er sehe auch eine Schutzpflicht gegenüber seinen Beschäftigten. Außerdem hätten sich bei ihm andere Kunden über die maskenlose Adorferin beschwert, berichtet er.

Ohne Maske sind Infizierungen  möglich

Das Problem: Trotz eines Attests sind chronisch Kranke vor einer Corona-Infektion nicht gefeit, theoretisch könnten Sie das Virus in jedem Geschäft weitergeben – die Einführung der Maskenpflicht wurde ja damit begründet, dass die Träger andere vor einer Übertragung schützen sollen.

Wer aus Gesundheitsgründen keine Maske tragen könne, sollte einmal mehr darauf achten, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, um andere und sich vor einer Erkrankung zu schützen, sagt Heimbuchner. 

Lieferservice nutzen

Außerdem könnten sie für ihre Einkäufe die zahlreichen Lieferservices nutzen, die viele Geschäfte seit Ausbruch der Pandemie anböten. In Waldeck-Frankenberg hätten sich schon zahlreiche ehrenamtliche Initiativen gebildet, die auch Einkaufshilfen leisteten. 

Für Kunden wie Reh hat der Diemelseer Metzger ein Angebot: Sie könnten Waren telefonisch, per Mail oder Fax bestellen und an seiner Haustür abholen. Auch ohne Maske. Aber wer ins Geschäft komme, müsse eine Maske tragen.

Landesregierung  lässt Ausnahmen zu

Die Landesregierung hat beschlossen, in Hessen zum 27. April eine Maskenpflicht einzuführen. Sie sieht aber auch Ausnahmen vor: Die Pflicht gelte nicht für Kinder unter sechs Jahren und für Leute, „die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können“ 

Das Nichttragen einer Maske stellt sonst eine Ordnungswidrigkeit dar. Ein wiederholter Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden. (-sg-)

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