Corona sorgt für angespannte Finanzsituation in den Kliniken - Viele Operationen verschoben

Krankenhäuser in Waldeck-Frankenberg fordern Ausgleichszahlungen

OP-Vorbereitung im Krankenhaus Korbach: Die Klinik-Chefs im Landkreis berichten von hohen Erlösausfällen und fordern die zügige Zahlung von Freihaltepauschalen.
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OP-Vorbereitung im Krankenhaus Korbach: Die Klinik-Chefs im Landkreis berichten von hohen Erlösausfällen und fordern die zügige Zahlung von Freihaltepauschalen.

Angesichts der nach wie vor hohen Zahl an Corona-Infektionen ist die finanzielle Situation in den heimischen Akutkrankenhäuser in Frankenberg, Bad Arolsen, Korbach und Bad Wildungen angespannt.

Waldeck-Frankenberg – Der Grund: Weil für die Behandlung von Covid-19-Patienten neben der Infrastruktur vor allem auch medizinisches Personal bereitgestellt werden muss, werden planbare (elektive) Operationen verschoben. Außerdem haben im Zuge der ersten Corona-Welle viele Patienten trotz Beschwerden die Krankenhäuser gemieden, anstatt sich behandeln zu lassen.

Die Folge: Alle Kliniken im Landkreis verzeichnen deutlich weniger Einnahmen – das geht aus der gemeinsamen Antwort der vier Krankenhaus-Geschäftsführerer auf eine Anfrage unserer Zeitung hervor. „Wir gehen für 2020 von siebenstelligen Erlösausfällen je Krankenhaus im Landkreis aus und benötigen daher – um als Kliniken weiter an der Covid-Versorgung der Patienten teilnehmen zu können – dringend die Gelder aus dem Rettungsschirm 2“, betont Katrin Kern, Geschäftsführerin der Asklepios Kliniken Bad Wildungen.

Katrin Kern, Geschäftsführerin der Asklepios Kliniken Bad Wildungen

Auch 2021 sind nach Auskunft aller Geschäftsführer Erlösausfälle in ähnlicher Höhe zu erwarten. Die Klinik-Chefs weisen darauf hin, dass die Inzidenzlage im Landkreis Ende 2020 überdurchschnittlich ausgeprägt gewesen sei. Die geforderten Quoten an Versorgungsstrukturen auf Intensiv- und Covid-Normalstationen hätten alle unter größter Anstrengung bereitgestellt.

„Dennoch warten wir auf die Feststellungsbescheide des zuständigen Ministeriums. Sollte die erwartete Zahlung ausbleiben, wäre in letzter Konsequenz die Covid-Versorgung auf Kliniken mit Freihaltepauschale zu konzentrieren und es würde sich die Menge an verfügbarer Kapazität für die Behandlung von Covid-Patienten reduzieren, was wiederrum zum Kollaps in den verbleibenden Kliniken führen würde.“

Die Verteilung müsse gleichmäßig zum Wohle der Patienten und Mitarbeiter erfolgen, damit man die Krise gemeinsam in den Griff bekomme – dafür müssten aber auch alle für die Arbeit, die sie in der Pandemie verrichten, fair und ohne vermeidbaren Zeitverzug entlohnt werden.

Geld für Kliniken: Die Freihaltepauschale

In der ersten Pandemie-Welle erhielten alle Krankenhäuser in Deutschland eine Pauschale für Betten, die für Corona-Patienten freigehalten wurden. In der zweiten Welle bekommen Kliniken die Pauschalen unter dem Rettungsschirm 2 nach festen Kriterien. Neben dem kreisweiten Infektionsgeschehen spielt auch eine erweiterte Notfallversorgungsstufe in den Klinik eine Rolle. Deshalb hat im Kreis aktuell nur das Krankenhaus Korbach die Zusage für eine Freihaltepauschale.

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