Diskussion um finanzielle Unterstützung für Stadtkrankenhaus Korbach

Kliniken Korbach und Frankenberg kooperieren enger

Krankenhaus Korbach Stadtkrankenhaus
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Finanzielle Unterstützung: Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Korbacher Stadtkrankenhaus soll mit 400 000 Euro vom Landkreis unterstützt werden.

Die Krankenhäuser in Frankenberg und Korbach bauen ihre Zusammenarbeit aus. Ein Gutachten sieht demnach zwar keine Gründe, die für eine Fusion beider Häuser sprechen. Doch eine Kooperation in einzelnen Bereichen habe „Synergieeffekte“.

Der Landkreis will das Stadtkrankenhaus zudem mit 400 000 Euro unterstützen. Das stößt auch auf Kritik.

In der Geriatrie und der Sterilisation von Geräten gibt es bereits eine Zusammenarbeit, folgen sollen nun Kooperationen bei Herzkatheter-Untersuchungen, bei der Aus- und Weiterbildung sowie bei der Vergabe von Aufträgen, zum Beispiel in der Medizintechnik. Dieser „Schulterschluss“, so Landrat Dr. Reinhard Kubat, sei ein „notwendiger Schritt in eine zukunftsfähige und nachhaltige Zusammenarbeit“ und diene außerdem der Standortsicherung beider Kliniken.

Mit 400 000 Euro – die der Kreistag am Montag noch genehmigen muss – soll das Defizit von Gynäkologie und Geburtshilfe in der Korbacher Klinik „zumindest teilweise“ ausgeglichen werden.

Die Bürgermeister Ralf Gutheil (Bad Wildungen, von links), Jürgen van der Horst (Bad Arolsen) und Hartmut Linnekugel (Volkmarsen) kritisieren, dass die Lösung nicht mit ihnen abgesprochen sei

Diese Lösung sei mit ihnen nicht abgesprochen, kritisierten gestern im Bad Arolser Rathaus die drei Bürgermeister aus Bad Wildungen, Bad Arolsen und Volkmarsen, Ralf Gutheil, Jürgen van der Horst und Hartmut Linnekugel. Es sei zwar gut, dass im Kreishaus jetzt einmal grundsätzlich über die Lage beim Kreiskrankenhaus nachgedacht werde. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass die stationäre Versorgung im Landkreis von fünf Krankenhäusern wahrgenommen werde.

Die Kritik seiner Amtskollegen kann Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich nicht nachvollziehen. Das Geld sei keine Unterstützung für das Krankenhaus an sich, sondern für Gynäkologie und Geburtshilfe – und die gebe es in den anderen Häusern nicht mehr. Die Stadt Korbach stelle sich dieser Verantwortung ebenso wie der Landkreis. Denn durch die Unterstützung werde sichergestellt, dass im Nord- und im Südkreis weiterhin Kinder zur Welt kommen können. Eine gute Million betrage das jährliche Defizit der Geburtshilfe, so Friedrich. Er hoffe deshalb darauf, dass die finanzielle Unterstützung nicht einmalig bleibe. 

Teure Geburten für kleine Krankenhäuser

Im Korbacher Stadtkrankenhaus kamen im vergangenen Jahr 350 Kinder zur Welt, 2018 waren es 317. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Geburten in Frankenberg. 540 Mädchen und Jungen kamen dort 2019 zur Welt und damit genau 100 mehr als im Vorjahr. Rentierlich sind Geburten für kleine Krankenhäuser vor allem wegen der hohen Fixkosten nicht. Im Herbst sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Kreisklinik ist, dass jede Geburt das Krankenhaus zwischen 2000 und 4000 Euro koste.

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