Kreistag fordert vom Kreisausschuss Konzepte zur Dorfentwicklung

Kreis soll als Mittler und Berater agieren

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Der Dorfladen in Bromskirchen ist eine Möglichkeit, die Versorgung im Dorf sicherzustellen. Um solche Konzepte, möglichst koordiniert vom Kreis, geht es der FWG.

Frankenberg - Der Kreis soll rasch Planungen für die „Zukunft der Dörfer“ vorlegen, um den laufenden Bevölkerungswandel zu gestalten.

Einstimmig folgte der Kreistag am Montag in der Ederberglandhalle diesem FWG-Antrag, dem, wie berichtet, auch die Parlamentsausschüsse zugestimmt haben.

„Wir haben den Nerv getroffen mit unserem Antrag“, urteilte Uwe Steuber von der FWG. Statt das Leitbild des Kreises auf 200 Seiten zu erweitern, müsse ein separates Konzept für die Dörfer her, er könne noch nicht erkennen, wohin die Reise mit Landrat Dr. Reinhard Kubat gehe. Auch die Stabstelle von Dr. Jürgen Römer für den „ländlichen Raum“ habe „noch nichts Konkretes geliefert“, monierte Steuber. „Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren.“

Der Kreis solle Detailplanungen zusammenführen, bei der Kinderbetreuung mit den Kommunen „einen gemeinsamen Weg suchen“, sich um die Grundversorgung in den Dörfern kümmern, Konzepte der Fachdienste in der Kreisverwaltung koordinieren und das Flächenmanagement für die Kommunen übernehmen. Dr. Kubat listete einige Projekte auf, die neben dem Leitbildprozess schon liefen. Der Bevölkerungswandel habe schon in den 1970er-Jahren eingesetzt, seitdem seien viele Konzepte geschrieben worden - „aber keiner hat das Patentrezept“, sagte Uwe Ermisch für die SPD. Dank Kubat habe der Kreis mit der Leitbild-Entwicklung begonnen, dabei müssten Kreis und Kommunen zusammenwirken. Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit und Bildung hießen die zentralen Herausforderungen, der Leitbildprozess solle viele zur Mitarbeit motivieren. Ideen sollten vor Ort umgesetzt werden. Die Stabsstelle solle Interessen bündeln und Netzwerke bilden. Auch CDU-Fraktionschef Karl-Friedrich Frese lobte Ansätze und die „gute Arbeit der Stabsstelle“, aber es sei „noch nichts Fassbares da“, es bleibe „bei Allgemeinplätzen“. Das Leitbild sollte schon 2012 fortgeschrieben werden, „es bleibt im Verborgenen, was da kommen soll“. Er vermisse „Leuchtturmprojekte“ und „Handreichungen“ zur Umsetzung, der Kreisausschuss müsse stärker als „Mittler und Berater“ auftreten.

Die Stabsstelle solle „Ideenschmiede und Schnittstelle der Kommunikation“ sein, wünschte sich Dieter Schütz von der FDP. Der Austausch müsse in beide Richtungen funktionieren, deshalb sollten alle Kommunen ehrenamtliche Bürgerbeauftragte benennen.

Für die Grünen sprach sich Uwe Patzer für Entwicklungskonzepte aus, Stichworte Leerstände, „ökonomische Stabilisierung“, medizinische Versorgung oder „soziales Kapital“.

Heidemarie Boulnois von den Linken forderte ein „vernetztes Handeln“ von Land, Kreis und Kommunen. Der Leitbildprozess solle „gelebte Praxis in den Kommunen werden“.

Auf Antrag der CDU soll der Kreistag halbjährlich Berichte über Ergebnisse erhalten. (-sg-)

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