Rolf Kaufmann, Direktor der Domanialverwaltung, und Bürgermeister Zimmermann zum Thema Brehm

Kreisgeld für Lorenz-Stiftung beantragen

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Was der Arolser Brehm-Stiftung recht ist – ein satter Zuschuss vom Landkreis – kann der Wildunger Lorenz-Stiftung nur billig sein, meint Volker Zimmermann. Er will Geld für sie beantragen, weil sie, anders als die Brehm-Bibliothek, Regionalgeschichte abbildet von der Urzeit bis zur Moderne.Foto: Happe/www.myheimat.de/beitrag/2641374

Waldeck-Frankenberg - Rolf Kaufmann, Direktor der Domanialverwaltung, nimmt gelassen das Wal­decker „Nein“ zum Betriebskostenzuschuss für die Arolser Brehm-Stiftungsbibliothek auf.

„Wir haben alle gewinnberechtigten Kommunen wegen des Betriebskostenzuschusses angeschrieben. Bislang liegen uns sechs schriftliche Zustimmungen vor“, schildert er. Bad Arolsen, Diemelsee, Korbach, Lichtenfels, Volkmarsen und Willingen hätten auf diese Weise grünes Licht für die 200000 Euro gegeben, verteilt auf zehn Jahre. Ebenso wie aus Edertal und Waldeck stehen schriftliche Stellungnahmen noch aus für Rhoden, Fritzlar (berechtigt wegen des Stadtteils Züschen), Twiste und Bad Wildungen.

Kaufmann hält es für denkbar, dass am Ende ein Teil der jährlichen 20000 Euro an die Brehm-Stiftung fließt. Kostenanteile der Kommunen, die dagegen sind, könnten herausgerechnet werden gemäß dem Verteilungsschlüssel, nach dem die Gewinnanteile aus dem Domanium ausgeschüttet werden. Waldeck etwa erhält jährlich 7 Prozent, was rund 1400 Euro der diskutierten 20000 Euro entspräche. Entscheidet sich auch Bad Wildungen gegen den Betriebskostenzuschuss, wären demzufolge weitere 18,2 Prozent abzuziehen: rund 3200 Euro. „Die entscheidende Bedeutung für die Brehm-Stiftung hat die Zusage des Kreises über 128000 Euro jährlich, auf zehn Jahre laufend“, fügt Kaufmann hinzu.

Zimmermann in Sachen Brehm auf Waldecker Linie

Wildungens Bürgermeister Volker Zimmermann hält von Rechnereien nichts. Er liegt voll auf der Linie der Waldecker. „Das Domanialvermögen wird treuhänderisch verwaltet zu Gunsten der gewinnberechtigten Waldecker Kommunen. Die Brehm-Stiftung entspricht diesem Zweck nicht, wie das Wal­decker Gutachten zeigt“, unterstreicht der Wildunger Rathauschef. Wer dem Betriebskostenzuschuss in Kenntnis dieses Gutachtens zustimme, „begeht einen bewussten Rechtsverstoß“. Rechtlich völlig unproblematisch sei es, wenn der Landkreis seinen Zuschuss auf 150000 Euro jährlich aufstocke, „denn ihm obliegt die Haushaltshoheit auf Kreisebene“.

Unterstützung für Brehm auch politisch fragwürdig

Unabhängig von der Rechtslage betrachtet Zimmermann die Unterstützung für die Brehm-Bibliothek auch politisch als fragwürdig. „Im Gegensatz zur Brehm-Stiftung befasst sich unsere Rudolf-Lorenz-Stiftung mit der Regionalgeschichte und macht ihren Bestand durch Öffnungszeiten sowohl der Öffentlichkeit als auch der Wissenschaft zugänglich.“ Bislang erhalte die Stadt Bad Wildungen vom Kreis keine Unterstützung dafür. „Diese werden wir demnächst beantragen“, kündigt Zimmermann an.

Den Fall Brehm will er im September der Stadtverordnetenversammlung vorlegen.

Von Matthias Schuldt

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