Aufsichtsräte einigen sich auf Vertragsauflösung - Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Schulz geht zum Jahresende 

Kreiskrankenhaus: Verschmelzung mit Vitos ist endgültig vom Tisch 

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Kreiskrankenhaus Frankenberg: Die geplante Verschmelzung mit Vitos ist nun endgültig vom Tisch. 

Nun ist es amtlich: Die geplante Fusion zwischen der Vitos Haina gGmbH und dem Kreiskrankenhaus Frankenberg ist endgültig vom Tisch. Die Vitos GmbH und der Landkreis Waldeck-Frankenberg als Träger der Kreisklinik haben ihren Geschäftsbesorgungsvertrag einvernehmlich aufgehoben, den sie 2014 geschlossen hatten und aus dem ursprünglich eine Verschmelzung von Vitos Haina und dem Kreiskrankenhaus hervorgehen sollte. 

--- aktualisiert um 10.25 Uhr --- 

Dieser Plan wird jetzt nicht mehr umgesetzt. Bereits vergangene Woche hatten Vitos und das Kreiskrankenhaus bekannt gegeben, dass der Vertrag gekündigt werden soll - vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen Aufsichtsräte. Die entsprechenden Gremien haben sich nun auf die Auflösung des Vertrages geeinigt. Das Thema hatte vergangene Woche auch in der Öffentlichkeit für viel Diskussionen gesorgt.    

Auflösung zum 14. Mai 2018

Der Vertrag wird nicht sofort aufgehoben. In einer gemeinsamen Presseerklärung und auf Nachfrage unserer Zeitung gaben die Vitos GmbH und der Landkreis bekannt, dass der Vitos-Aufsichtsrat entschieden habe, den Vertrag fristgerecht zum 14. Mai 2018 zu kündigen. „Damit soll der Landkreis Waldeck-Frankenberg in die Lage versetzt werden, schnell handeln zu können“, sagt Vitos-Geschäftsführer Reinhard Belling. „Gleichzeitig soll aufgrund der aktuell entstandenen Situation und öffentlichen Debatte Schaden von Vitos vermieden werden.“

Unterschiedliche Vorstellungen bei der Ausgestaltung des Sanierungsweges der Kreisklinik hätten letztendlich dazu geführt, dass sich die Vertragsparteien einvernehmlich darauf verständigt haben, diese Form der Zusammenarbeit nicht weiter fortzusetzen. Die fristgerechte Kündigung hat die Vitos GmbH am Montag dieser Woche dem Landkreis Waldeck-Frankenberg vorgelegt. Der Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses Frankenberg hat der Aufhebungsvereinbarung in seiner Sitzung am Montag zugestimmt. Nun beraten beide Partner vertrauensvoll und konstruktiv über die Einzelheiten der Vertragsaufhebung.

Schulz hört zum Jahresende als Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer auf

Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Ralf Schulz, darauf weist Belling ebenfalls hin, wird bis Jahresende 2017 noch Geschäftsführer der Kreisklinik bleiben, sich danach aber wieder vollständig seinen Aufgaben als Geschäftsführer der Vitos Haina gGmbH widmen. Für die restliche Vertragslaufzeit soll dann eine Interims-Geschäftsführung für das Kreiskrankenhaus Frankenberg gefunden werden. Entsprechende Möglichkeiten werden momentan ausgelotet. 

„Über diesen geplanten Geschäftsführerwechsel wird der Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses Frankenberg auf Vorschlag von Vitos befinden“, ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzende des Kreiskrankenhauses und Landrat Dr. Reinhard Kubat: „Ich danke Herrn Schulz für sein großes Engagement, das er bei der Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses Frankenberg gezeigt hat.“ Reinhard Belling sagt: „Ralf Schulz hat mit seiner Arbeit deutliche Erfolge und maßgebliche Fortschritte erzielt.“

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Frankenberg fraglich 

„Vitos ist und bleibt ein starker Partner, mit dem wir auch künftig mögliche Formen der Zusammenarbeit ausloten werden“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat daher weiter starkes Interesse an den Planungen für einen Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Frankenberger Goßberg. „Von dieser Nähe profitieren beide Partner: Vitos Haina kann auf die gut aufgestellte Medizintechnik und die somatischen Kompetenzen der Kreisklinik zugreifen. Die Vergrößerung des medizinischen Standortes hat auch für das Kreiskrankenhaus eine zentrale Bedeutung“, ist sich der Landrat sicher.

Eine Zusage von Vitos gab es diesbezüglich jedoch nicht. Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Vitos: "Die Neubau-Planungen der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina werden unter den geänderten Rahmenbedingungen bewertet."

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