Festakt im Bad Arolser Christian-Daniel-Rauch Museum

Kreiskulturpreis würdigt quirliges Kulturleben im Landkreis

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Der Kreiskulturpreis wurde im Bad Arolser Rauch-Museum an sieben Heimathistoriker, Künstler und Künstlergruppen übergeben. Mit dabei: Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel (grüne Jacke), Landrat Dr. Reinhard Kubat (rechts) sowie die Bürgermeister aus Bad Arolsen, Bad Wildungen  und Korbach.

Bad Arolsen. Sieben kreative Künstler, Künstlergruppen und Heimatforscher aus dem Landkreis sind im Bad Arolser Rauch-Museum mit dem Kulturpreis des Landkreises ausgezeichnet worden.

Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel bekräftigte, dass der Landkreis nicht nur Kunst und Kultur, sondern auch soziales Engagement, sportliche Leistungen und besonderen Einsatz für die Denkmalpflege würdige. 

Das geschehe, weil der Landkreis auf all diesen Gebieten eine Menge zu bieten habe. Der Kreistag und alle politisch Verantwortlichen nähmen all diese Leistungen mit großem Respekt für den Einsatz der Bürger zur Kenntnis.

Die Statuen und Reliefs im Christian-Daniel-Rauch-Museum bildeten die ideale Kulisse für die Verleihung des Kreis-Kulturpreises an herausragende Persönlichkeiten und Gruppierungen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Nicht ohne Stolz stellte Landrat Dr. Reinhard Kubat fest, dass es zwischen Hatzfeld und Wrexen durchaus eine Reihe von kulturellen Perlen gebe, die völlig ohne staatlich subventionierte Staatstheater und Konzerthäuser glänzen.

20 herausragende Beispiele für Kultur im ländlichen Raum seien der Jury vorgeschlagen worden. Die diesjährigen Preisträger repräsentierten die ganze Vielfalt des Kulturschaffens und sie zeigten, wie reich, differenziert und vor allem wie qualitätvoll das Kulturleben in Waldeck-Frankenberg sei.

Lebenswerk von Dieter Blum gewürdigt

Ausgezeichnet wurden der Bad Arosler Künstler Dieter Blum, der in seinem Atelier Caleidos in der Mannelstraße mit so unterschiedlichen Materialien wie Öl auf Leinwand, Ton oder Holz, aber auch Edelstahl, Glas und Gips sowie Kunststoffe in jeglicher Zusammensetzung seine eigene Welt erschafft. 

Dieter Blum präsentiert sein Kunstwerk Strahlenfänger im Künstlergarten am Atelier Caleidos.

Seine Werke sind aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, in Belgien und in den Niederlanden sowie vor allem in Spanien, der zweiten Heimat des Künstlers. Dort im katalanischen Macanet betreibt Dieter Blum ein zweites Atelier in seinem dortigen Haus und ist zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt worden.

Forschungen über Wildunger Juden

Der Bad Wildunger Heimat- und Geschichtsforscher Johannes Grötecke beschäftigt sich seit über 30 Jahren vor allem mit der Geschichte der jüdischen Familien Bad Wildungens. 

Johannes Grötecke (51), Lehrer an der Alten Landesschule in Korbach und Autor, aus Bad Wildungen.

In diesem Zusammenhang hat er Ausstellungen organisiert und Informationsschriften veröffentlicht. Für sein unermüdliches Forschen hat er bereits den deutsch-jüdischen Geschichtspreis erhalten (2014) und den Obermayer Award (Januar 2015). 

Theaterensemble lässt Geschichte lebendig werden

Dritter dotierter Preisträger war die Komödie Frankenberg. Sie ist nicht nur für ihre Theaterstücke weit über die Grenzen der Philipp-Soldan-Stadt hinaus bekannt, sondern vor allem auch für ihre „Stadtführungen mit dem gewissen Etwas“. 

Neben den seit fünf Jahren laufenden Theater- Stadtführungen ist die Komödie Frankenberg auch bekannt für ihre Bühnenstücke - hier ein Bild von den Proben zum Stück "Haus in Montevideo" mit (von links) Regisseur Hans-Peter Höhl, Karlheinz Balz, Maximilian Kaletsch, Renate Goebel, Julia Balz, Harald Hörl, Heike Höhl, Heinrich Balz und Sabine Eckel.

Stadtschreier oder Stadtschreiber Wigand Gerstenberg, Bildhauer Philipp Soldan oder Nachtwächter persönlich nehmen Geschichtsinteressierte auf dem Weg durch die Frankenberger Gassen auf spielerisch- lehrreiche Weise mit in die Vergangenheit. Historische Wahrheit und kurzweilige Unterhaltung werden auf diesem Rundgang der besonderen Art unnachahmlich verknüpft.

Wertvolle Jugendarbeit auf der Freilichtbühne

Mit dem Jugendkulturpreis wurde die Freilichtbühne Korbach ausgezeichnet.  Junge und ältere Laiendarsteller, Enkel-, Eltern- und Großelterngenerationen sind an den Stücken beteiligt und bereichern damit das kulturelle Angebot in der weiteren Umgebung der Kreis- und Hansestadt. Dabei legt die Freilichtbühne in ihrem Nachwuchsbereich großen Wert darauf, Kinder und Jugendliche nach ihren ganz besonderen, eigenen Fähigkeiten und Interessen zu fördern. 

Die Freilichtbühne Korbach wurde mit dem Jugendkulturpreis ausgezeichnet.

Mit Sonderpreisen würdigte die Jury Barbara Beisinghoff für ihr internationales künstlerisches Schaffen  sowie Walter Sellmann und Dr. Peter Witzel für ihr heimatgeschichtliches Lebenswerk.

Künstlerin mit Weltruf und Verbindungen in alle Welt

Barabara Beisinghoffs Werke sind in Ausstellungsräumen auf der ganzen Welt zu sehen, so im polnischen Nationalmuseum Krakau, im australischen Queensland, in  Washington DC und sogar in China.  Mit ihrer Kunst aus handgeschöpftem Papier, sprechenden Wasserzeichen und ungewöhnlichen Drucken war Frau Beisinghoff bereits mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse zu Gast.

Barbara Beisinghoff, Künstlerin aus Rhoden, präsentierte ihre Künstlerbücher auf der Leipziger Buchmesse.

In ihrer Wahlheimat in Diemelstadt-Rhoden hat sie neben der Einrichtung eines Ateliers den „Lustgarten-Kunstpfad“ geschaffen. Sie lädt immer wieder Gastkünstlerinnen aus der ganzen Welt zu sich nach Rhoden ein, um ihre künstlerischen Werke im Diemelstädter Atelier fortzusetzen.

Heimatgeschichte vermittelt

Walter Sellmann ist vielen hundert Schulkindern aus Allendorf an der Eder als ihr Rektor bekannt. Neben seiner Lehrertätigkeit gehörte das Interesse von Herrn Sellmann aber von jeher der Heimatgeschichte, dem Forschen in der Vergangenheit der Region. 

Heimatforscher Walter Sellmann

Ihm ist es zu verdanken, dass Rennertehausen im Jahr 1974 sein 700-jähriges Bestehen feiern konnte, selbstverständlich mit Festausschussvorsitzendem Sellmann.

Kenner der Waldeck-Frankenberger Kunstgeschichte

Sein ganzes Leben lang hat sich Herr Dr. Peter Witzel mit den Rätseln der heimatlichen Vergangenheit und deren Lösung beschäftigt. Schon während seiner Tätigkeit als Zahnarzt in Korbach, verstärkt dann nach dem Eintritt in den Ruhestand ist sein Forschergeist vor allem in der kirchlichen Kunstgeschichte tätig gewesen. 

Kenner der Kusntgeschichte: Dr. Peter Witzel.

Seine Vorträge locken regelmäßig eine große Zahl an Zuhörern in die Vortragssäle, ob es nun die Mauritiuskapelle des Museums im Kloster Frankenberg oder der Barocksaal des Bad Arolser Residenzschlosses ist.

Bildergalerie von der Verleihung des Kreiskulturpreises im Bad Arolser Rauch-Museum

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