Mehr Flexibilität und Zulassung von „Freien Impfungen“

Kreisspitze will das Impftempo in Waldeck-Frankenberg erhöhen

Das Impfzentrum des Landkreises in Korbach ist seit 9. Februar in Betrieb. Aktuell ist der Impfstoff von Astrazeneca in größeren Chargen vorhanden. Die Kreisspitze fordert auch deshalb ein höheres Tempo bei den Impfungen.
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Das Impfzentrum des Landkreises in Korbach ist seit 9. Februar in Betrieb. Aktuell ist der Impfstoff von Astrazeneca in größeren Chargen vorhanden. Die Kreisspitze fordert auch deshalb ein höheres Tempo bei den Impfungen.

Landrat Dr. Reinhard Kubat und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese fordern ein schnelleres Tempo und mehr Flexibilität bei den Corona-Impfungen.

Dies sei die Voraussetzung für eine rasche Immunisierung eines Großteils der Bevölkerung und damit auch für eine baldige Rückkehr zur Normalität in allen Lebensbereichen.

„Wir müssen das Impftempo erhöhen. Das geht nur, wenn wir auch Menschen impfen dürfen, die nicht zu den obersten Priorisierungsgruppen zählen“, sagen Kubat und Frese. Hierbei gehe es nicht um die Aufhebung der gültigen Impfverordnung mit den darin enthaltenen Priorisierungsgruppen.

Der zur Verfügung stehende Impfstoff werde auch vollumfänglich für die Impfberechtigten eingesetzt. Man sei aber in der Lage, zusätzliche Zuweisungen von Impfstoffen an flexibel impfwillige Personen zu verabreichen. „Ziel sollte sein, freie Impfungen zuzulassen. Bürgerinnen und Bürger sollten Gelegenheit erhalten, einfach im Impfzentrum nachzufragen, ob Dosen verfügbar seien, um sich gegebenenfalls gleich impfen lassen zu können“, so Kubat und Frese.

Dr. Reinhard Kubat, Landrat in Waldeck-Frankenberg

Israel und Großbritannien seien mit der Immunisierung der Bevölkerung deutlich weiter voran als andere Staaten – einfach, weil sie flexibler in ihren Strategien verführen.

Kubat und Frese sehen auch in Waldeck-Frankenberg Raum für ein einfacheres und schnelleres Vorgehen beim Impfen. Dies liege nicht zuletzt daran, dass das derzeit in größeren Chargen verfügbare Vakzin von Astrazeneca an einem nicht begründbaren Imageproblem leide, das zur Ablehnung des an sich hochwirksamen und bereits millionenfach bewährten Impfstoffs durch viele Impfberechtigte führe.

Karl-Friedrich Frese, Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent

„Es geht uns nicht darum, die Priorisierungsliste für die Impfungen aufzuweichen oder gar zu umgehen“, betonen Landrat und Gesundheitsdezernent. „Diese werden weiterhin Bestand haben und akribisch abgearbeitet“. Dennoch habe man das Phänomen, dass Impfstoff übrig bleibe, den man sinnvoll und schnell einsetzen wolle, um mit der Immunisierung der Bevölkerung schneller voranzukommen. Die Impfteams seien vorbereitet, motiviert und könnten ihren Einsatz noch weiter ausdehnen.

„Denkbar wären eine App oder ein sonstiges Medium, mit dem zu einem bestimmten Tageszeitpunkt bekannt gegeben wird, wie viele Dosen noch zur Verfügung stehen und über die sich Impfwillige spontan anmelden könnten“, schlagen Kubat und Frese vor. Sie verweisen auch auf ein Statement von Gesundheitsminister Jens Spahn, der in der ARD einen „prinzipiengeleiteten Pragmatismus“ gefordert habe, um eine unbürokratische Planung und eine schnellere Durchführung der Impfungen zu gewährleisten.

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