Kreistag debattiert über einen eigenen Wünschewagen für Waldeck-Frankenberg

Todkranken einen letzten Wunsch erfüllen 

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CDU und SPD wollen einen eigenen Wünschewagen für den Landkreis. Der ASB betreibt bereits 23 dieser Fahrzeuge in Deutschland.

Waldeck-Frankenberg – Menschen in der letzten Phase ihres Lebens sollen noch einmal ihren Lieblingsort besuchen können: Das ist das Ziel eines Wünschewagens, den SPD und CDU im Kreis anschaffen wollen.

Doch im Kreistag gab es Kritik an der Idee.

Mit dem Fahrzeug solle ein Wunsch erfüllt werden, der aufgrund fehlender Mobilität sonst nicht umgesetzt werden könnte, begründete Elke Zarges (CDU) den Antrag der großen Koalition. Der Wünschewagen solle dabei „Reisebuscharakter haben und nicht Krankentransportcharakter“. Eine notfallmedizinische Ausstattung sei aber vorgesehen.

Den Bedarf stelle man nicht in Frage, sagte Heide Boulnois, Fraktionschefin der Linken. Sie frage sich jedoch, warum der Landkreis ein eigenes Konzept haben solle, obwohl der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) in Nordhessen im August an den Start gehe. Dem könne man sich anschließen, schlug sie vor.

Frage nach Finanzierung

In die gleiche Kerbe schlugen anschließend mehrere Mitglieder des Kreistags, unter anderem Dagmar Deutschendorf (Grüne). Sie betonte, dass die Idee gut sei, es aber „wichtigere Initiativen“ in Waldeck-Frankenberg gebe. Uwe Steuber, Fraktionssprecher der Freien Wähler, fragte, wie diese Anschaffung finanziert werden solle. Man dürfe keine vorschnelle Entscheidung treffen.

„Es geht uns um die Sache“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Timo Hartmann. Es sei toll, dass der ASB ein solches Konzept ebenfalls anbiete, das könne man „einfließen“ lassen, sagte er. Über Geld und das dafür notwendige Personal spreche man noch nicht, derzeit gehe es nur um die Erarbeitung eines Konzepts. „Es geht uns um die Sache, wir möchten den Menschen im Landkreis helfen.“

Diskussion im Ausschuss

Eine Entscheidung traf der Kreistag noch nicht. Der Antrag von CDU und SPD wurde zunächst in den Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration zur weiteren Beratung überwiesen.

Um ein Konzept für einen Wünschewagen zu erarbeiten, sollen Vereine und Verbände aus dem sozialen Bereich, außerdem kommunale, kirchliche und private Träger von Einrichtungen der Senioren- und Krankenpflege eingebunden werden. Auch Kooperationen mit diesen und weiteren Partnern seien möglich, heißt es im Antrag von CDU und SPD. Geprüft werden solle auch eine interkommunale Zusammenarbeit für den Betrieb des Wagens, beispielsweise mit dem Schwalm-Eder-Kreis.

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