Waldeck-Frankenberg

Kreistag stellt die Gretchenfrage

- Waldeck-Frankenberg (jk). Im Kreistag könnte es am Mittwoch zum Schwur kommen: Führt die SPD ihren eigenen Landrat vor?

SPD und Grüne bringen einen Antrag ins Parlament, der sich auf den ersten Blick nach Formalie anhört: Es geht um die „Entschädigung für ehrenamtlich Tätige“. Dahinter steckt indes eine klare Botschaft: Die Position des „Bürgerbeauftragten“ und des „Verbraucherschutzbeauftragten“ sollen gestrichen werden.

Die frühere Koalition aus CDU, FWG und FDP hatte die ehrenamtlichen Posten geschaffen. Bürgerbeauftragter wurde Friedrich-Wilhelm Tewes (Diemelstadt), dem die Union vor Jahren offenbar ein Trostpflaster geben wollte, weil er kurzerhand doch nicht in den Kreisausschuss kam. Das jedenfalls wird hinter vorgehaltener Hand kolportiert. Inzwischen aber ist Tewes nicht mehr im Kreistag, damit kein Bürgerbeauftragter mehr – und auch nicht mehr in der CDU.

Anders ist die Lage beim Verbraucherschutzbeauftragten, dem Basdorfer Kreislandwirt Fritz Schäfer (CDU). Ihm bescheinigt sogar SPD-Fraktionschef Reinhard Kahl, dass er die Aufgabe gut erledigt habe. Doch werde Schäfer nicht mehr gebraucht, weil Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD) die Fragen des ländlichen Raums zum Schwerpunkt seiner Arbeit mache. Kubat ist Experte in Sachen „ländlicher Regionalentwicklung“, das steht außer Frage. In diesem Zug hat er jüngst ein Leitbild für Waldeck-Frankenberg entworfen.

Ob zu diesem Leitbild auch die kurzfristige Verabschiedung des Verbraucherschutzbeauftragten gehört, das bezweifeln indes viele politische Beobachter. Denn Schäfer ist keineswegs ein ehrenamtlicher Spesenritter, sondern ein Machertyp, der bei seiner Arbeit auch das Parteibuch mal zur Seite legen kann. Mitstimmen kann Kubat im Parlament nicht, doch er wird sich äußern müssen, wie er zur „Gretchenfrage“ Schäfer steht.

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