Waldeck-Frankenberg

Kriminalstatistik 2009: Internetbetrug statt Ladendiebstahl

- Waldeck-Frankenberg (den). Weniger Fälle, mehr Erfolge: Polizeipräsident Wilfried Henning stellte in Korbach zufrieden die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. Immer mehr Taten werden im Internet begangen.

Der typische Verbrecher in Waldeck-Frankenberg ist männlich, zwischen 25 und 30 Jahre alt, kommt aus Deutschland und begeht das Jahr hindurch den ein oder anderen „Bruch“, vor allem „Navis“ haben es ihm angetan. Mit Pistolen oder Messern kennt er sich eher nicht aus, sein Gewaltpotential hört bei einer Schlägerei auf der Kirmes im Nachbarort auf. Seit einigen Jahren ist er bequem geworden, bestellt immer mehr Waren übers Internet und bezahlt diese einfach nicht. Die Zeiten, in denen er im Geschäft seine langen Finger benutzt hat, sind so gut wie vorbei. Er treibt vor allem in Korbach, Bad Wildungen und Bad Arolsen sein Unwesen. In Willingen findet er in dem nicht enden wollenden Strom an Touristen immer wieder leichte Opfer.

Und auch wenn er täglich aktiv ist, schaut er doch mit Argwohn nach Kassel. Denn hier pulsiert das wahre Verbrecherleben, vom „platten Land“ kommend ist er dort nur ein ganz kleiner Fisch.

„Für die Bevölkerung schöne Zahlen“ hatte Polizeipräsident Wilfried Henning aus Kassel mitgebracht. In den letzten sechs Jahren sei die Kriminalität in Nordhessen um 13 Prozent gesunken. Die Polizei bearbeitete im vergangenen Jahr in Waldeck-Frankenberg 7176 Fälle, 4176 davon konnte sie aufklären. Noch nie war die Quote so hoch wie 2009 (58,2 Prozent). Die Zahl der registrierten Straftaten ging um 329 oder 4,4 Prozent zurück. Auf 100 000 Waldeck-Frankenberger kommen so statistisch gesehen 4358 erfasste Straftaten, der Hessendurchschnitt liegt bei 6711.

Vor allem mit Eigentumsdelikten hatten es die Beamten zu tun: Bei 57 Prozent der Fälle handelte es sich um Diebstahl oder Betrugs-, Vermögens- und Fälschungsdelikte. Hingegen beschäftigten sich die Ordnungshüter nur bei 0,1 Prozent (sieben Fälle) mit Tötungsdelikten. Neben einer Messerstecherei zwischen zwei jungen Frauen in Bad Wildungen hinterließ vor allem die Familientragödie in Berndorf im April 2009 Spuren bei den Ermittlern.

„Die Straßenkriminalität nimmt ab“, zeigte sich Henning angesichts der 1258 Fälle (gegenüber 2009 minus 16,7 Prozent) erfreut. Gleichzeitig können die Polizisten immer mehr Fälle aufklären. „Die DNA-Analyse setzen wir inzwischen sogar schon beim Ladendiebstahl ein“, schickte er einen Warnschuss an alle potentiellen Täter.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 28. Januar 2010.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel