Gesundheitsdezernent gibt Einschätzung zur Lage im Landkreis

Vize-Landrat Frese kritisiert Corona-Leugner

Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen: Teilnehmer der Demo stehen Ende August auf den Stufen zum Reichstagsgebäude in Berlin, viele Reichsflaggen sind dabei zu sehen. Cornelia Gliem sagt dazu: „Wer mit Nazis demonstriert, muss auch die Meinung ertragen, dass er mit Rechtsradikalen in einen Topf geworfen wird.“
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Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen: Teilnehmer der Demo standen Ende August auf den Stufen zum Reichstagsgebäude in Berlin.

Waldeck-Frankenberg – Der Inzidenz-Wert für die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Waldeck-Frankenberg ist am Dienstag auf 128,6 gestiegen. Die Entwicklung sei „in jedem Fall besorgniserregend“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Landkreises, Karl-Friedrich Frese, am Montag in der Sitzung des Kreistags im Willinger Besucherzentrum.

Verantwortlich dafür, dass die Zahlen nicht nur im Landkreis, sondern überall im Land stark nach oben gehen, seien „die Nachlässigkeiten und die Unvernunft bei einigen Menschen. Personen, die die Gefahr des Coronavirus abstreiten, sowie die Ignoranz der Corona-Leugner haben uns in diese Lage gebracht“, so Frese. Er machte aber auch eines ganz deutlich: Sollten sich die Zahlen der Corona-Infektionen in Waldeck-Frankenberg weiter erhöhen, sei der Landkreis darauf vorbereitet und könne zum Beispiel noch mehr Personal bereitstellen.

Derzeit seien insgesamt 85 Mitarbeiter beim Landkreis mit der Bewältigung der Corona-Krise beschäftigt, berichtete Frese. Vornehmlich kümmern sie sich um die Nachverfolgung der Kontaktpersonen, wenn Infektionen aufgetreten sind. „Aber auch die sogenannte Kontaktpflege wird von uns übernommen. Hier sind vier Teams mit je acht Personen im Einsatz, um sich sieben Tage in der Woche um Menschen zu kümmern, die sich in häuslicher Quarantäne befinden.“

Die Eindämmung der Pandemie sei nach wie vor das oberste Ziel. Deshalb seien die beschlossenen Einschränkungen im öffentlichen Leben absolut notwendig, um die Bevölkerung vor Ansteckungen mit dem Coronavirus zu schützen, betonte Frese in seiner Rede im Kreistag. Die Politik stehe hier in der Pflicht und stelle sich dieser Verantwortung.

Frese: „Wir haben als Landkreis auf die steigenden Fälle reagiert, als wir vergangene Woche unter anderem die Sperrstunde und die Maskenpflicht in den Schulen ab der 5. Klasse per Allgemeinverfügung durchgesetzt haben. Wenige Tage später folgte der bundesweite Lockdown light, der seit diesem Montag gilt und uns nun hoffentlich wichtige Handlungsspielräume verschafft, um die Infektionswelle zu brechen.“  

Karl-Friedrich Frese

38 Neuinfektionen im Landkreis seit Montag

Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg sind auch am Dienstag wieder deutlich gestiegen. Der Landkreis meldete 38 Neuinfektionen im Vergleich zu Montag. Aktuell seien 190 Menschen infiziert – das sind drei weniger als am Vortag, weil gleichzeitig 41 bereits Infizierte seit Montag wieder genesen sind. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 128,6. Insgesamt gab es im Kreis in den vergangenen drei Wochen mehr Infizierte (330) als in den ersten sieben Monaten der Pandemie (301). 

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