Quote im Landkreis wird erhöht – Bis zu 50 neue Jobs entstehen

Künftig ein Schaffner in jedem Regionalzug

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Ohne Pfeife und Kelle: Der Schaffner von heute heißt Kundenbetreuer, weil der Service eine ganz wichtige Aufgabe geworden ist. Der Lokführer im Nahverkehr übernimmt auch das sogenannte Abfertigungsverfahren am Bahnsteig selbst, das heißt, er entscheidet, wann die Fahrt losgeht. Ingo Belz schaut hier in Münchhausen, ob jemand einsteigen möchte, der Hilfe braucht.

Waldeck-Frankenberg. Auf allen Zugstrecken in Waldeck-Frankenberg gibt es mit dem Start des neuen Fahrplans Mitte Dezember eine 100-prozentige Begleitquote. Das heißt: Künftig wird in jedem Zug ein Schaffner sein. Das bestätigt Sabine Herms, Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV). Bisher liegt die Begleitquote bei 75 Prozent.

Nicht nur innerhalb des Landkreises, sondern auch zwischen Korbach und Kassel gilt diese Quote dann. Festgelegt wurde das jetzt im neuen Verkehrsvertrag, der nach der letzten Ausschreibung zwischen Verkehrsverbund und Kurhessenbahn geschlossen wurde. Der NVV hatte als Aufgabenträger diesen Rahmen festgelegt.

Für die Neuerung gibt es laut Herms mehrere Gründe. Das Personal soll im Zug Fahrkarten verkaufen, da in den Zügen und auch an manchen Stationen in Waldeck-Frankenberg keine Automaten stehen. Außerdem sollen die Zugbegleiter bei Fragen Auskünfte geben können. Beides diene der Verbesserung des Service in den Zügen. Laut NVV erhöhe sich auch die Sicherheit in den Zügen durch die hohe Begleitquote, ebenso sei die Chance zum Schwarzfahren geringer.

Unter Umständen könnten Automaten an Stationen künftig auch abgebaut werden – auch wegen immer wiederkehrender Probleme durch Vandalismus.

Laut Sabine Herms gab es in Waldeck-Frankenberg bislang noch nie eine 100-prozentige Zugbegleiter-Quote. In anderen Teilen des NVV-Gebietes gibt es sie aber bereits, beispielsweise auf der Strecke von Kassel nach Frankfurt am Main in einigen Regionalzügen.

Die Kurhessenbahn wird, um die Quote ab Dezember erfüllen zu können, zusätzliches Personal für die Züge einstellen. Voraussichtlich werden zwischen 40 und 50 Personen so einen neuen Job finden.

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