Wenig Personal und zu viele Triebwagen in der Werkstatt

Probleme bei der Kurhessenbahn: Viele Züge fallen derzeit aus

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Zug von Korbach nach Brilon-Stadt: Derzeit fallen vermehrt Fahrten auf den Linien der Kurhessenbahn aus, weil Triebwagen oder Lokführer nicht ausreichend vorhanden sind.

Waldeck-Frankenberg. Die Kurhessenbahn hat derzeit Probleme, den Schienenverkehr auf den Linien zwischen Kassel, Korbach, Brilon, Bad Wildungen und Marburg fahrplanmäßig aufrechtzuerhalten. Zuletzt kam es mehrfach zu Zugausfällen, da Personal und Fahrzeuge fehlen.

Diese Information eines Lokführers, der anonym bleiben will, sowie Aussagen von Fahrgästen bestätigte die Kurhessenbahn.

Der Mann hatte in einer E-Mail an unsere Redaktion geschrieben, dass er Lokführer der Kurhessenbahn sei. „Die Fahrzeuge sind in einem schlechten Zustand. Dahinter steckt mangelnde Wartung“, schreibt er. Dieses Jahr würden zudem sechs Lokführer der Meldestelle Korbach die Kurhessenbahn verlassen, weil sie es nicht mehr aushielten. Zudem ließen die neuen Niederflur-Fahrzeuge, die 2017 beworben worden seien, noch bis Ende 2020 auf sich warten.

Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte Joachim Kuhn, Leiter der Kurhessenbahn, die genannten Zugausfälle. Er entschuldigte sich bei den Fahrgästen für die Wartezeiten oder den Umstieg auf den mit Bussen organisierten Schienenersatzverkehr. 

Zug-Hersteller hat Lieferprobleme

Den weiteren Aussagen des Lokführers widersprach er. „Korrekt ist, dass wir wegen Lieferproblemen des polnischen Herstellers PESA statt neuer Niederflurzüge ältere aus dem Bestand der Deutschen Bahn erhalten haben“, so Kuhn. Diese seien wegen Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten häufig in der Werkstatt, was zum Fahrzeug-Engpass führe. Von mangelnder Wartung könne keine Rede sein. 

„Unser Personal hat beim Hessentag in Korbach zudem Überstunden aufgebaut. Diese werden nun abgebaut. Wir haben bei den Lokführern zudem viele langzeitliche Krankheitsfälle. Züge müssen daher stehen bleiben.“ Dass Lokführer die Kurhessenbahn verlassen hätten, sei richtig – dies habe aber private Gründe gehabt. Weitere Kündigungen seien nicht zu erwarten.

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