186 Plätze für vorübergehende Betreuung - 2215 Plätze für vollstationäre Pflege

Kurzzeitpflege im Landkreis: „Bedarf steigt drastisch“

Pflege im Heim: 2215 vollstationäre Pflegeplätze gibt es im Landkreis, aber nur 186 Kurzzeit- und Verhinderungsplätze. Aus Sicht der Linken ist das zu wenig.

Waldeck-Frankenberg. Im Landkreis stehen derzeit 2215 Plätze für die vollstationäre Pflege zur Verfügung. Das ergab eine Große Anfrage der Linken im Kreistag. Allerdings: Es gibt zusätzlich nur 186 Plätze für Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Aus Sicht von Ingo Hoppmann (Linke) ist das zu wenig.

Wie hoch die Auslastung der vollstationären Pflegeeinrichtungen ist, werde statistisch nicht ermittelt. „Man kann jedoch sagen, dass die Einrichtungen überwiegend ausgelastet sind“, heißt es von der Verwaltung. Ob Wartelisten bestehen, sei abhängig von der Einrichtung.

Kurzzeit- und Verhinderungspflegeplätze seien Mangelware, so Ingo Hoppmann. Diese seien zu durchschnittlich 93 Prozent ausgelastet. Man müsse dringend die zunehmende Alterung im Blick behalten und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Dass der Bedarf an Plätzen steigen werde, sagte auch Claudia Ravensburg (CDU). Deshalb seien Erweiterungen und Neubauten geplant oder bereits in der Umsetzung, beispielsweise in Frankenberg.

Aus Sicht des Kreises ist der Bedarf an Pflegeplätzen aktuell gedeckt, da in den vergangenen Jahren mehrere Einrichtungen mit voll- und teilstationären Plätzen entstanden seien.

Dass im Moment im Landkreis mehr als 7000 Menschen gepflegt würden, sagte Ruth Piro-Klein (SPD). „Zwei Drittel werden noch Zuhause gepflegt, aber das wird sich ändern.“ Im Moment reiche die Zahl der Plätze in Heimen noch aus, doch Wartezeiten gebe es schon jetzt. Bei der Kurzzeitpflege gebe es einen „drastisch steigenden Bedarf“, sagte die Sozialdemokratin.

Dass weniger die Pflegeplätze das Problem seien, betonte Uwe Patzer (Grüne). Vielmehr müsse man sich die Arbeitsbedingungen anschauen. Das Pflegepersonal brauche mehr Wertschätzung und auch mehr Gehalt.

Unterstützung bei Zahlung

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg leistet im Rahmen der Sozialhilfegesetzgebung Zuzahlungen zu den nicht durch Pflegeversicherung und Rente oder Einkommen gedeckten Kosten fürs Pflegeheim. Dieser Betrag hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert.

Laut Auskunft der Kreisverwaltung wurden 2017 etwa 3,7 Millionen Euro gezahlt, 2016 waren es 4,3 Millionen und 2015 wurden 4,5 Millionen Euro gezahlt. Der Unterschied zwischen den Jahren 2016 und 2017 komme durch die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade zustande. Erwartet werde jedoch, dass sich die Ausgaben wieder auf dem Vorjahresniveau einpendeln. In den kommenden Jahren werde die Ausgabe steigen, unter anderem wegen der Gehaltssteigerung beim Pflegepersonal und durch Änderungen beim Elternunterhalt. 

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