Reiterliche Vereinigung will Sicherheit auf Straßen erhöhen

Kutschfahrer sollen Führerschein machen

Prächtig herausgeputzt sind die Kutschen beim alljährlichen Schützen- und Heimatfest in Usseln. Die Frauen und Männer auf dem Kutschbock müssen künftig ihre Befähigung mit einem „Kutschenführerschein“ nachweisen.  Foto: Ulrike Schiefner

Waldeck-Frankenberg. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat die Einführung eines bundesweit einheitlichen Kutschenführerscheins zum 1. Juni 2017 beschlossen. Jeder, der sich mit einer Kutsche im Straßenverkehr bewegt, soll über den Kutschenführerschein A (Privatperson) seine Qualifikation nachweisen, für gewerbliche Fahrer soll es einen Kutschenführerschein B (Gewerbe) geben. Dies werde auch vom ADAC und dem Kfz-Fahrlehrerverband begrüßt.

Im Landkreis gibt es etwa 100 Kutschfahrer, sagt der Vorsitzende der Fahrsportfreunde Waldeck-Frankenberg, Frank Dornseif aus Rengershausen. „Bei denen ist das Thema, weil der Führerschein Pflicht wird. In der zweiten Jahreshälfte wird es dazu einen Gesetzesentwurf geben.“ Die FN begründet den Kutschenführerschein damit, dass Kutschfahrer mit ihren Pferdegespannen häufig auch im Straßenverkehr unterwegs seien. Es gehe um Sicherheit und Unfallvorbeugung. Mit dem Führerschein werde das sichere Fahren in Straßenverkehr und Gelände sowie der pferdegerechte Umgang vermittelt. Bisher sei der Kutschenführerschein zwar nicht bundesweit gesetzlich verankert, im Falle eines Unfalls oder Versicherungsfalls sei er jedoch wichtig, um besondere Sachkunde nachzuweisen, so die FN. „Sonst stellt sich die Versicherung auf die Hinterbeine“, sagt Frank Dornseif. „Der Kutschenführerschein ist Teil einer Sicherheitsinitiative, weil der Fahrsport in der Öffentlichkeit vermehrt kritisch betrachtet wird“, teilt die FN mit. Insbesondere Tierrechtsorganisationen hätten immer wieder ein generelles Verbot von Kutschen im Straßenverkehr gefordert. So hatte es zum Beispiel auch im Januar 2014 auf der B 253 bei Laisa einen schweren Unfall gegeben, bei dem ein Auto auf eine Kutsche aufgefahren war – die beiden Pferde starben, der Kutschfahrer wurde verletzt.

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