Land fördert den Aufbau von Gesundheitszentren im Frankenberger Land

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Bei der Bescheidübergabe am Kreishaus: Dr. Daniela Sommer, Björn Bede Rüdiger Heß , Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel Vizelandrat Karl-Friedrich Frese. Christian Klein und Claudia Ravensburg, Hinten: Sigrid Engelhard vom Kreistagsausschuss für Gesundheit, Fachdienstleiter Friedhelm Sarge, Tobias Scherf und Karin Ritter vom Fachdienst.

Korbach. Einen Förderbescheid für die Gesundheitszentren im Frankenberger Land überreichte Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel vom hessischen Sozialministerium am Montag im Kreishaus.

Mit einer „Anschubfinanzierung“ von 50 000 Euro beteiligt sich das Land an der Planung des Pilotprojektes, bei dem der Kreis mit den Städten Frankenberg, Frankenau und Battenberg zusammenarbeitet. Außerdem fördert das Land die Erweiterung des privaten Pflegehotels in Willingen mit 1,9 Millionen Euro.

Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Land sei dem Kreis wichtig, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. „Wir müssen wirklich etwas tun.“ Die jetzige Struktur mit selbstständigen Landärzten werde es „nicht unendlich“ geben.

„Wir brauchen angestellte Ärzte“, erklärte Frese. Sie wollten regelmäßige Arbeitszeiten und die Chance, Elternzeiten zu nehmen. Daher gelte es, regionale Gesundheitsnetze auf- und auszubauen – so wie wie beim Pilotprojekt „PORT“ für Willingen und Diemelsee oder eben beim Projekt für das Frankenberger Land. Dabei sollen schon vorhandene Projekte der drei Kommunen vernetzt werden. Ziel sei, eine „sektorenübergreifende“ und flächendeckende Versorgung mit Ärzten, Apotheken und Pflegediensten sicherzustellen, erklärte Frese.

Der Auftrag für die Koordinierung und Betreuung sei vergeben, bis November sollten die Vorarbeiten erledigt sein, dann beginne die Umsetzungsphase. Projektkosten: rund 239 000 Euro. „Mit dem Geld des Landes können wir dies finanzieren. Das Projekt solle eine „Blaupause“ sein, die auf andere Mittelzentren im Kreis oder aufs Land übertragbar seien. 

„Das ist der richtige Weg“ 

„Das ist der richtige Weg – und wir gehen ihn gemeinsam“, sagte Staatssekretär Dr. Dippel. Er versprach, bei der Umsetzung gebe das Land fürs Projekt weiteres Geld. In der Zukunft habe die Zusammenarbeit Priorität. 

Auch dem Land gehe es darum, die Versorgung hessenweit zu gewährleisten, dabei sei es auf Partner vor Ort angewiesen. Dass die drei Kommunen mit dem Kreis zusammengingen, sei eine Einmaligkeit. 

In der Vergangenheit seien betriebswirtschaftliche Fragen stark in den Mittelpunkt gerückt, die Frage der kommunalen Daseinsvorsorge sei dabei eher beiseite getreten, sagte Dr. Dippel. Die Gefahr sei groß, dass sich die Bevölkerung bei Klinik- und Praxisschließungen „abgehängt“ fühle. Um in Zeiten des Strukturwandels eine Grundversorgung gemeinsam zu gewährleisten, brauche es andere Wege – er nannte auch Gemeindeschwestern oder die „sektionsübergreifenden“ Angebote. Aber es werde „kein einfacher Weg sein“.

Bürgermeister planen schon

"Wir werden das Pilotprojekt im Bahnhofsgebäude ansiedeln“, kündigte der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß im Kreishaus an. Die Fördergelder für die Einrichtung des geplanten Gesundheits-, Bildungs- und Familienzentrums stünden schon bereit, schon seit fünf Jahren arbeite er daran. Er hoffe auf eine Umsetzung noch in diesem Jahr. 

Für kleine Kommunen wie Frankenau sei die Zusammenarbeit der richtige Weg, befand Bürgermeister Björn Bede. Er will über das Projekt ein Ärtzehaus und den barrierefreien Zugang in die Zahnarztpraxis ermöglichen. In seiner Stadt zögen alle medizinischen Dienstleiter mit. 

Im Kreis und in seiner Stadt seien alle Beschlüsse einstimmig gefallen, hob der Battenberger Bürgermeister Christian Klein hervor. Allen sei bewusst, dass etwas getan werden müsse.

"Es ist mir ein Anliegen, das Projekt voranzutreiben", sagte Sigrid Engelhard vom Kreistags-Ausschuss für Gesundheit.

Im gesamten Gesundheitswesen sei Zusammenarbeit gefragt, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg. „Wir müssen handeln, bevor Probleme wie in Hofgeismar auftreten.“ Das betonte auch ihre SPD-Kollegin Dr. Daniela Sommer: „Es ist fünf vor Zwölf.“ Das Pilotprojekt sei eine „große Chance“ und biete Synergien.

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