Problem betrifft auch das Veterinäramt des Landkreises in Korbach

Land stoppt Tiertransporte: Keine Erlaubnis für Export in Drittländer

+
Kälber werden auf einem LKW transportiert. Immer mehr Bundesländer verschärfen ihre Regeln für Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten.

Waldeck-Frankenberg – Das Land Hessen untersagt derzeit lange Transporte von Nutztieren in 17 Nicht-EU-Staaten. Denn bei Tiertransporten in Drittländer komme es immer wieder zu Verstößen gegen tierschutzrechtliche Mindeststandards.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft tierquälerische Praktiken bei der Schlachtung in diesen Ländern. Das Hessische Landwirtschaftsministerium hat deshalb einen Erlass vom 12. März 2019 verlängert – da „uns keine Unterlagen vorliegen, mit denen geprüft werden kann, ob die Mindestanforderungen bei Tiertransporten eingehalten werden“, sagte Ministerin Priska Hinz. Hessen fordert deshalb eine bundesweit einheitliche Regelung für Tiertransporte.

Das Problem betrifft auch das Veterinäramt des Landkreises in Korbach. Der Fachdienst stelle zwar nur Vorlaufatteste – tierseuchenrechtliche Bescheinigungen – aus, „aber auch um diese Bescheinigungen gab es Diskussionen“, sagt Kreissprecher Dr. Hartmut Wecker: ob sich Amtstierärzte nämlich strafbar machen, wenn mit ihren Attesten Tiertransporte in Länder ohne Tierschutz-Mindeststandards ermöglicht werden. Allerdings, sagt Wecker, würden aktuelle Verwaltungsgerichtsurteile den Ämtern vorschreiben, derartige Zertifikate auszustellen. „Daran halten wir uns.“

Nach dem Ausstellen der Vorlaufatteste würden die Rinder zu einer Sammelstelle gebracht, zum Beispiel in Alsfeld, erläutert Wecker. Von dort zu einer nächsten Stelle außerhalb Hessens. Dann gingen die gesammelten Tiere auf den Transport in andere Länder. „Dieser Export muss dann von den zuständigen Behörden vor Ort abgenommen werden.“

Der Landkreis Kassel hat den Transport von lebenden Nutztieren in Drittländer bereits zum Jahresanfang gestoppt. Die Amtsveterinäre dort erteilen für solche Transporte keine Genehmigungen mehr. „Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, wissentlich das Leid von Tieren durch eine Verwaltungshandlung zu fördern“, erklärte Vize-Landrat Andreas Siebert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare