Rauchmelder werden Pflicht

Neue Regeln für Übernachtung in Hallen und Schulen

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Klappbetten auf dem Hallenboden: Sporthallen werden immer wieder als Schlafstätten für Gruppen bei größeren Veranstaltungen genutzt.

Wenn Sporthallen, Schulen oder Dorfgemeinschaftshäuser in Waldeck-Frankenberg für die Übernachtung von Gruppen genutzt werden, gelten dafür neuerdings einige Auflagen des Landkreises.

Dazu gehören vor allem ein Rauchwarnmelder, freie Rettungswege, vorab eine Information über die Übernachtung an die Rettungsleitstelle sowie bei größeren Hallen ein Sicherheitsdienst, der im Notfall den Brandschutz sicherstellt und die Feuerwehr alarmiert.

Wesentlicher Grund für den Erlass der Kreisverwaltung ist eine Änderung der Hessischen Bauordnung aus 2018. „Danach ist das Schlafen in nicht dafür baugenehmigten Gebäuden grundsätzlich erschwert“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Sporthallen und Schulen werden bei Großveranstaltungen oft als Schlafräume für Gastgruppen genutzt – wie beim Hessentag 2018 in Korbach, jährlich beim Viessmann-Ederbergland-Cup für Jugendfußballer in Allendorf und im Juli bei der Europeade in Frankenberg.

Nach der Hessischen Bauordnung sind nun Rauchwarnmelder in allen Gebäuden nötig, in denen potenziell geschlafen wird, nicht nur in Wohnraum. „Der Fachdienst Sport hat uns gefragt, wie sich das mit den Sporthallen verhält. Darauf haben wir den Vermerk geschrieben“, berichtet Bernd Berghöfer, stellvertretender Fachdienstleiter Bauen und gleichzeitig stellvertretender Kreisbrandinspektor.

Der Vermerk enthält zehn Anforderungen (siehe Hintergrund), die seit Anfang 2019 für die Gebäude des Landkreises gelten, also vor allem für Schulen und große Sporthallen. „Wir empfehlen auch den Städten und Gemeinden, sich daran zu halten“, sagt Berghöfer mit Blick auf kleinere Hallen und Bürgerhäuser. Ziel des Vermerks sei nicht, das Übernachten zu verhindern, sondern „im rechtlich sicheren Rahmen weiter zu ermöglichen“, sagt Berghöfer. „Oft reicht es, einen Rauchmelder unter die Decke zu hängen“, sagt Frese.

HintergrundZu den Ge- und Verboten für das Übernachten in Hallen gehören unter anderem: 

  • Rauchwarnmelder bzw. bei größeren Hallen ein Ordnungs- und Sicherheitsdienst
  • Verbote für Rauchen, offene Flammen, Elektrogeräte, Alkohol und Drogen 
  • freie Gänge, Rettungswege und Ausgänge in den Schlafräumen
  • Info an die Übernachtungsgäste über Brandschutz/Rettungswege
  • Info an die Leitstelle in Korbach über den Übernachtungstermin.

Beispiel Viessmann-CupEr sei „im ersten Moment geschockt“ gewesen, sagt Claus Junghenn, als er im vergangenen Herbst von der Gesetzesänderung erfahren habe, dass man nicht mehr in Sporthallen übernachten dürfe. Junghenn ist als Allendorfer Bürgermeister und Fußball-Abteilungsleiter des SV Allendorf an der Organisation des Viessmann-Ederbergland-Cups beteiligt, den der SVA jedes Jahr an Himmelfahrt ausrichtet. Rund 1000 Gäste – Spieler, Trainer und Eltern – müssen dann vier Tage lang in und um Allendorf untergebracht werden. Zum Teil schlafen sie in Hotels, Jugendherbergen und Zelten, aber eben auch in Sporthallen der Schulen in Battenberg, Röddenau und Allendorf und an der Hans-Viessmann-Schule sowie in Dorfgemeinschaftshäusern der Nachbarorte. 

„Mittlerweile hat sich alles etwas relativiert“, sagt Junghenn, „da Kompromisslösungen gefunden wurden, mit denen einerseits die neuen gesetzlichen Auflagen erfüllt werden, andererseits wir als Veranstalter einen überschaubaren Mehraufwand haben.“ 

Bedeutet: In den zur Übernachtung vorgesehenen Gemeinschaftshäusern und in den Sporthallen mit einer Höhe unter sechs Metern sei es ausreichend, die „Schlafräume“ mit Rauchmeldern auszustatten. Das sei bei den meisten ohnehin schon der Fall, die übrigen würden nachgerüstet. 

Die Sporthalle der Gesamtschule Battenberg und die Mehrzweckhalle Dodenau, die ohnehin eine Genehmigung als Versammlungsstätte haben, sind mit Brandmeldeanlagen direkt bei der Leitstelle aufgeschaltet. In der Mehrzweckhalle in Allendorf werde während des Fußball-Turniers durch den eingesetzten Sicherheitsdienst auch die Brandwache übernommen.

„Somit müssen in Absprache mit dem Gebäudemanagement des Landkreises noch die Überprüfungen der übrigen zur Übernachtung vorgesehenen Hallen stattfinden und gegebenenfalls mit Brandmeldern nachgerüstet werden.“

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