Kreis sieht weiter ideale Bedingungen

Enttäuschung nach abgelehnten Corona-Modellversuch in Waldeck-Frankenberg

Der Hochheideturm auf dem Ettelsberg bei Willingen sowie der Teich für die Beschneiung.
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Leuchturmcharakter? Ein Modellversuch zumindest in Willingen hätte Perspektiven für die von der Pandemie gebeutelten Bereiche Tourismus und Gastgewerbe aufzeigen können, findet der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Corona-Modellregion werden Waldeck-Frankberg und Willingen erst mal nicht – der Kreis sieht da eine vergebene Chance.

Waldeck-Frankenberg/Willingen (Upland) – Nachdem die Landesregierung Alsfeld, Baunatal und Dieburg als Corona-Modellregionen verkündet hat, wird die Bewerbung des Landkreises vorerst keine Realität. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir weder als Landkreis noch mit einzelnen Kommunen in den Modellversuch aufgenommen wurden“, erklärt Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese.

Mit der Entscheidung für drei Mittelzentren mit Teilfunktionen von Oberzentren habe die Landesregierung eine Chance vertan: „Aus meiner persönlichen Sicht wie auch aus der des Landkreises wäre es sinnvoller und aufschlussreicher gewesen, Orte mit unterschiedlichen Voraussetzungen beziehungsweise Rahmenbedingungen zu nehmen.“ Etwa Willingen zu benennen, wäre durchaus sinnvoll gewesen: So hätte man auf den Erfahrungen von Beherbergungsgewerbe, Gastronomie und Einzelhandel aus dem Sommer aufbauen können und von der Pandemie besonders betroffenen Wirtschaftszweigen eine Perspektive eröffnet.

Auch Willingens Bürgermeister Thomas Trachte ist enttäuscht, äußert aber auch Verständnis angesichts steigender Infektionszahlen. Und: „Uns war bewusst, dass mit der Modellregion sehr hohe Auflagen und große Einschränkungen der Betriebe einhergegangen wären.“ Auch nachdem das Land Modellversuchen auf Kreisebene eine Absage erteilt hat, stehe aus Trachtes Sicht fest: „Ein Antrag nur für Willingen wäre nicht ganz einfach. Durch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis hatten wir wissenschaftliches und medizinische Know-how, das wir nutzen konnten.“

Er wolle weiter für die Idee und Öffnungsperspektiven werben, erklärt Trachte: „Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen touristischer Entwicklung und Infektionsgeschehen.“ Nun müsse die Evaluation der Ergebnisse abgewartet werden, sagt Frese, wolle aber am Thema dran bleiben: Die dünn besiedelte Urlaubsregion Waldeck-Frankenberg sei ideales Feld für einen Modellversuch.

In NRW sollen aus den 40 Bewerbern für Modellprojekte in der Woche nach Ostern sechs bis acht Kommunen bekannt gegeben werden, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Dabei sollen Projekte aus einzelnen Bereichen wie Sport, Jugend und Freizeit, Theater und Kultur, Handel oder Außengastronomie ausgewählt werden. Die Stadt Winterberg wolle sich den dazugehörigen Anforderungskatalog „in Ruhe anschauen und dann sehen wir weiter“, so Bürgermeister Michael Beckmann. Auch der Hochsauerlandkreis kündigte an, im Bewerberverfahren zu bleiben. (Wilhelm Figge/Jürgen Hendrichs/Boris Schopper)

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