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Landkreis Waldeck-Frankenberg spart Energie in seinen Gebäuden

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So sieht es aus, wenn die Dusche heile ist: In der Gemündener Sport- und Kulturhalle kommt derzeit kein Wasser aus den Duschköpfen. Foto: dpa
Kalte Duschen stehen ohne Warmwasser in den Sporthallen des Kreises an. © dpa

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat ein Konzept zum Energiesparen in seinen Gebäuden entwickelt – dafür wird weniger geheizt und das warme Wasser abgestellt.

Waldeck-Frankenberg – Angesichts von Klimaschutz, Gaskrise und Inflation hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg eine Strategie erarbeitet, um gerade den Verbrauch von Erdgas und Strom zu reduzieren. Diese betrifft alle 74 Liegenschaften des Landkreises – von den Verwaltungsgebäuden über die Sporthallen bis hin zu den Schulen.

Das Konzept des Fachdiensts Gebäudewirtschaft soll den Verbrauch in allen Bereichen senken: Heizungs- und Lüftungsanlagen werden angepasst und optimiert, Temperaturen und Nutzungszeiten künftig teilweise vorgegeben. Auch die Hausmeister werden in einem energieeffizienteren Umgang mit den Anlagen geschult und alle Mitarbeiter des Landkreises für umsichtiges Handeln beim Verbrauch von Energie sensibilisiert.

Maximale Temperatur in Verwaltung und Schulen

Für das Heizen bedeutet das unter anderem, dass die täglichen Heizzeiten verringert werden sollen und der Absenkbetrieb der Anlagen eher startet. Auch soll die maximale Raumtemperatur in den Schulen auf 20 Grad abgesenkt werden, in den Verwaltungsgebäuden des Landkreises auf 19 Grad. In allen Gebäuden wird der Warmwasserbetrieb aufgehoben, was sich dann auch auf die Duschen in den Sporthallen auswirkt.

Weiterhin soll die Nutzung der Gebäude cleverer organisiert, Belegungen hinterfragt und geprüft werden, ob wirklich alle Räume in den Gebäuden zu jeder Zeit benötigt – und damit beheizt und beleuchtet – werden müssen. Veranstaltungen sollen grundsätzlich innerhalb der Heizzeiten stattfinden und Treffen wenn möglich verstärkt in den digitalen Raum verlegt werden. Zudem soll darauf geachtet werden, eher Tages-, als Kunstlicht zu nutzen und Treppenräume und Flure nur bei Bedarf zu beleuchten. Informationen zum richtigen Lüften und der korrekten Bedienung der Heizkörper-Thermostate sowie die Motivation der Mitarbeitenden zur Nutzung des ÖPNV oder Fahrrads für den Arbeitsweg sind weitere begleitende Maßnahmen.

Einsparungen von 20 Prozent erwartet

„Alle Maßnahmen – ob groß oder klein – werden bereits kurzfristig zu einer Einsparung der Verbräuche beitragen“, erklären Landrat Jürgen van der Horst und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. „Nach unseren Berechnungen kann unsere Strategie zu einer Energieeinsparung von bis zu 20 Prozent führen“, so die Dezernenten – beim Erdgasverbrauch also eine von fünf Millionen Kilowattstunden im Jahr.

Dabei komme es auch auf jeden einzelnen an – auf das Engagement der Verwaltungsmitarbeiter, Lehrkräfte und Schüler und auf deren Akzeptanz mit Blick auf die einzelnen Maßnahmen. „Wir wissen, dass das bedeutet, dass sich jeder einzelne ein wenig einschränken muss, werben aber ausdrücklich dafür, hier gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um zusammen möglichst viel Energie einzusparen.“ Das reduziere nicht nur kurzfristig die Kosten, sondern schone langfristig auch das Klima und natürliche Ressourcen.

Zudem bittet der Landkreis jeden einzelnen Bürger um eine aktive Teilnahme am Ressourcen schonenden Umgang mit Energie im Alltag. Initiativen von Bund und Land böten Informationen unter www.lea-hessen.de oder www.energiewechsel.de. (red)

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