Waldeck-Frankenberg

Landrat Dr. Kubat sieht „politische Heimat" in SPD

- Waldeck-Frankenberg. Als parteiloser, von SPD und Grünen unterstützter Kandidat ist Dr. Reinhard Kubat gewählt worden. Als Landrat tritt er gleich zu Beginn seiner Amtszeit der SPD bei. WLZ-FZ-Redakteur Thomas Kobbe fragte nach den Gründen.

Welche Gründe waren ausschlaggebend für Ihre Entscheidung, gleich zu Beginn Ihrer Amtszeit der SPD beizutreten?

Dr. Kubat: Ich bin schon in meiner Zeit als Bürgermeister in Frankenau von der SPD unterstützt worden und dann als Kandidat der Partei in den Landratswahlkampf gegangen. Ich halte es für richtig und legitim, den eigenen Standpunkt auch auf diese Weise deutlich zu machen.

Warum haben Sie diesen Zeitpunkt gewählt? Das hatte keine besonderen Gründe, es hätte auch jeder andere Termin in zeitlicher Nähe zu meinem Dienstantritt als Landrat sein können. Wäre auch eine Mitgliedschaft bei den Grünen infrage gekommen, von denen Sie im Wahlkampf ja auch unterstützt wurden?Zwischen SPD und Grünen gibt es viele Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten. Letztlich ist es das Ergebnis eines individuellen Abwägungsprozesses, wo man seine politische Heimat sieht und glaubt, am meisten bewirken zu können.

Wird Ihr erklärtes Ziel, mit einer „Strategie des Miteinanders“ für einen politischen Neuanfang in der Kreispolitik zu sorgen, nicht durch diesen Entschluss gefährdet? Nein, das Miteinander wird nicht durch die Parteizugehörigkeit, sondern durch die Art und Weise des persönlichen Umgangs bestimmt. War die Zusage, später Genosse zu werden, eine Voraussetzung dafür, als SPD-Kandidat antreten zu können?Hätte sich an Ihrem Entschluss etwas geändert, wenn CDU, FWG und FDP in der letzten Kreistagssitzung zugestimmt hätten, die Zahl der Beigeordneten im Kreisausschuss zugunsten der SPD um einen Sitz zu erhöhen?

Nein. Versprechen Sie sich von einem SPD-Parteibuch Vorteile für die Zusammenarbeit auf nordhessischer Ebene? Ihre Amtskollegen in Kassel und im Schwalm-Eder-Kreis sind ebenfalls SPD-Mitglieder. Die Herausforderungen und Probleme, vor denen die Landkreise und Kommunen stehen, sind so immens, dass wir nur etwas erreichen können, wenn wir mit einer Stimme reden. Parteizugehörigkeiten sind in diesem Zusammenhang allenfalls zweitrangig. Sie haben angekündigt, sich auch als SPD-Landrat nicht von der Partei vereinnahmen zu lassen. Welche Risiken meinen Sie damit?Ich fühle mich als Landrat vor allem den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet. Das Wohl des Kreises und der hier lebenden Menschen ist die oberste Richtschnur meines Handelns, das natürlich auf klar umrissenen politischen Zielen und Vorstellungen basiert.

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