Waldeck-Frankenberg

Landrat sieht Schulsozialarbeit akut gefährdet

- Waldeck-Frankenberg (r). Das neue Schuljahr hat kaum begonnen und schon gibt es schlechte Nachrichten: Das Land will die 2008 gestartete Schulsozialarbeit ab 2010 nicht weiter mitfinanzieren. Landrat Helmut Eichenlaub übt scharfe Kritik.

Mobbing, Gewalt, Sucht, Rassismus: Die Probleme, mit denen Schulen in Ballungszentren seit Jahren zu kämpfen haben, gibt es längst auch auf dem Land. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat sich nach eigenen Angaben seit 2001 für die Einführung der Schulsozialarbeit eingesetzt. Obwohl das Land entsprechende Anträge mit Hinweis auf fehlende Mittel abgelehnt habe, „haben wir unbeirrt die Einführung der Schulsozialarbeit eingefordert“, blickt Landrat Helmut Eichenlaub zurück.

Die Hartnäckigkeit hat sich gelohnt: Eine Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt in Fritzlar – abgesprochen mit dem Hessischen Kultusministerium – habe den Start ermöglicht. Nach den Herbstferien 2008 konnte an 13 Schulen im Kreis jeweils eine halbe Stelle eingerichtet und mit Sozialpädagogen besetzt werden. Die Schulsozialarbeiter sind über das Schulamt angestellt.

Das Konzept befindet sich nach Angaben der Kreisverwaltung in Umsetzung und stößt auf positive Resonanz – für alle Beteiligten der erste Schritt in die richtige Richtung. Der Kreis sei daher davon ausgegangen, dass Anträgen weiterer Schulen nach und nach stattgegeben werden könne.

Im Juli dann das „alarmierende Signal“ aus dem Kultusministerium: Aus Wiesbaden hieß es, dass die Sozialarbeit im nächsten Schuljahr zwar gesichert sei, das Land danach aber aus der Kofinanzierung aussteigen wolle. Eichenlaub intervenierte und wies darauf hin, dass die kommunale Familie (Kreis und Gemeinden) die Schulsozialarbeit, eine originäre Aufgabe des Landes, zu zwei Dritteln finanziere. Ein Schreiben, dass jüngst im Korbacher Kreishaus eingetroffen ist, zeigt jedoch, dass das Kultusministerium bei seiner ablehnenden Haltung bleibt.

„Das Kultusministerium zieht sich auf die Position zurück, es sei in die vertragliche Vereinbarung zwischen dem Landkreis und dem Staatlichen Schulamt in Fritzlar über die Durchführung der Schulsozialarbeit nicht eingebunden gewesen und könne deshalb einer Fortführung nicht zustimmen“, erläutert der Landrat. Diese Feststellung sei nachweislich falsch.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 29. August 2009.

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