Waldeck-Frankenberg

Landwirte im Kreis gegen Gentechnik

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- Waldeck-Frankenberg (sim). Auf den Feldern im Landkreis soll kein gentechnisch verändertes Getreide angebaut werden.

Die Vorstände der Kreisbauernverbände Waldeck und Frankenberg haben die Gentechnik-Diskussion zum Anlass genommen, die Initiative zu ergreifen. Da bislang keine entsprechende EU-einheitliche Regelung vorliegt, haben sie eine Empfehlung an die heimischen Landwirte erarbeitet, auf den Anbau von gentechnisch verändertem Getreide zu verzichten.

„Was wir seit Jahrzehnten und Jahrhunderten im Landkreis betreiben, sichern wir mit dieser Empfehlung ab“, brachte Kreislandwirt Fritz Schäfer das Ziel der Initiative auf den Punkt. Bisher werden im Kreis WaldeckFrankenberg keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut oder Tiere gehalten. Die „grüne Gentechnik“ genieße weder das Vertrauen der Verbraucher, noch biete der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut Vorteile für die Landwirte, erklärte Heinz Brühmann als Vorsitzender des Kreisbauernverbands Waldeck das Vorgehen. Auch seien mit Gentechnik in der Landwirtschaft nach wie vor eine Reihe unerforschter ökologischer Risiken verbunden.

„Auf freiwilliger Basis können sich unsere Landwirte verpflichten, kein gentechnisch verändertes Saatgut einzusetzen“, erläuterte Brühmann. Dauerhaftes Ziel ist die Schaffung einer gentechnikfreien Anbauregion Waldeck-Frankenberg. Dafür verpflichten sich die beteiligten Landwirte freiwillig für zunächst zwei Jahre, in ihren Betrieben auf „grüne Gentechnik“ zu verzichten.

Fritz Schäfer, der beim Ortstermin auf dem Hof Wagener an der Reiherbach bei Selbach als einer der ersten die Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnete, sieht in dieser noch ein weiteres Ziel: „Es würde zu Unfrieden in den Dörfern führen, wenn Einzelne verändertes Saatgut anbauen würden.“

Die freiwillige Selbstverpflichtung als verbindendes Element begrüßt auch Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Klasse, hier geben die Landwirte die Richtung vor“, befand Kubat, der den Bauernverbänden für ihre Initiative dankte. Er habe „nicht erwartet, dass wir so bald so einen richtigen und wichtigen Schritt miteinander gehen können“, bekannte der Landrat, der sich „sehr für den Landkreis freue“.

„Wir brauchen eine entschlossene Gesetzgebung, die solche Dinge regelt“, forderte Heinz Brühmann. Man wolle die Gentechnik nicht generell verteufeln – „aber unter den jetzigen Gegebenheiten lehnen wir sie ab“.

Die Vordrucke der freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung gibt es beim Kreisbauernverband, beim Fachdienst Landwirtschaft und im Internet unter www.landwirtschaft-waldeck-frankenberg.de

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