Redewendung vom 1. Juli 2011

Auf die lange Bank schieben

- (resa) Zum ersten Mal könnte die heutige Redewendung hessische Wurzeln haben: „Auf die lange Bank schieben“ könnte nämlich an das Reichskammergericht in Wetzlar erinnern, das für Entscheidungen einst außergewöhnlich lange brauchte.

Die Richter seien verärgert gewesen, dass sie in die hessische Provinz abgeschoben worden seien, sagt das Geschichtsbuch und deswegen hätten sie ihre Akten auf eine lange Bank gelegt. Kam eine neue an, wurde der Stapel einfach weiter geschoben, immer nur die älteste Akte wurde bearbeitet. Auch ein anderes Geschichtskapitel könnte die Redewendung begründen: Beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg war die „Lange Bank“ eine Sitztruhe, auf der die Gesandten warten mussten, während die Entscheidungen getroffen wurden. Die Akten, die sie im Gepäck hatten, wurden in den Truhen verstaut, um sie später wieder hervorzuholen. Manchmal dauerte der Prozess so lange, dass die Akten vergessen wurden. Schiebt heute einer etwas auf die lange Bank, dann zögert er eine Entscheidung lange heraus.

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