Lehrer in Waldeck-Frankenberg fordern bessere Arbeitsbedingungen

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Unterschiedliche Ansichten: Podiumsdiskussion der GEW-Kreisverbände zum Thema „Bessere Bedingungen für Bildung“ mit (von links) Dr. Anke Weichenhain, Sieglinde Peter-Möller, Dr. Daniela Sommer, Daniel May, Birgit Koch, Stefan Schraps, Claudia Ravensburg, Ingo Hoppmann und Moderator Thomas Korte.

Waldeck-Frankenberg. Zu wenig Lehrer, zu viel Bürokratie: Über die Arbeitsbedindungen und Hilfe von Fachfremden diskutierten Pädagogen und Politiker.

Zahlreiche Lehrer fühlen sich überlastet und fordern daher von der Landespolitik bessere Arbeitsbedingungen. 

Während einer Podiumsdiskussion der Lehrergewerkschaft GEW am Montagabend in Herzhausen berichteten einige Lehrer verschiedener Schulformen von Personalmangel an den Schulen, von sozial auffälligen Schülern und von zu viel Bürokratie, die zu wenig Zeit fürs Unterrichten erlaube.

Viele nicht ausgebildete Lehrer unterrichten

„Wir wollen eine Stundenreduzierung für alle Lehrer“, lautete eine der wichtigsten Forderungen, die Dr. Anke Weichenhain vom GEW-Kreisverband Waldeck gleich zu Beginn formulierte. „Es muss sich dringend etwas tun“, appellierte Sieglinde Peter-Möller (Kreisverband Frankenberg) an die Landtagskandidaten verschiedener Parteien. Sie verwies darauf, dass etliche fachfremde und sogar Menschen ohne jegliche Lehramts-Qualifikation an Schulen im Landkreis unterrichten – sogar „Hebammen und Fahrschullehrer“, wie sie es zugespitzt darstellte.

„Schulfremde Lehrer – sind sie eine Hilfe oder eine Belastung?“, lautete eine der Fragen, die Moderator Thomas Korte dem Podium stellte. Dr. Daniela Sommer von der SPD findet es „sehr bedenklich“, dass jeder vierte Lehrer keine Ausbildung vorweisen könne.

Das sagen die Landtagskandidaten

Als ein Versagen der aktuellen Landesregierung bezeichnete Stefan Schraps (FDP) diese Entwicklung. Eine Grundkompetenz müsse sein, forderte Ingo Hoppmann, Kandidat für die Fraktion Die Linke.

Daniel May von den Grünen verteidigte die Quereinsteiger, die an Schulen mit Lehrermangel sehr schnell einsatzbereit seien.

„Wir haben die Zahl der Ausbildungsplätze an den Universitäten erhöht“, betonte Claudia Ravensburg (CDU).

Die Landtagskandidaten und das Publikum diskutierten zudem über Inklusion, den Pakt für den Nachmittag und ob der Beruf Lehrer noch attraktiv sei.

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