4408 Personen ohne Job · Quote steigt auf 5,2 Prozent

Leichter Anstieg „keine Überraschung“

Waldeck-Frankenberg - Die Arbeitslosigkeit ist im Ferienmonat Juli leicht gestiegen. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres gibt es in Waldeck-Frankenberg noch 238 unbesetzte Ausbildungsplätze für 305 noch suchende Bewerber.

Der Anstieg im Juli entspreche „durchaus der saisonalen Erwartung“ und bedeute „keine Überraschung“, kommentiert die Korbacher Agentur für Arbeit die jüngsten Zahlen. Bundes- und landesweit weise die Statistik eine nahezu identische Tendenz aus.

Zum vierten Mal in Folge liegt die Arbeitslosenzahl am Ende eines Monats jedoch höher als im Vorjahr. Seit April ist dieser Trend abzulesen. „Die Dynamik lässt weiter nach“, fasst es Pressesprecherin Cornelia Harberg zusammen.

384 offene Stellen

Ein weiteres Indiz dafür liefert die Entwicklung auf dem Stellenmarkt. Mit 842 Jobs liege der Bestand an Jobangeboten nach wie vor auf saisonüblichem Niveau. Bei 88,7 Prozent der Offerten handele es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Im Juli vergangenen Jahres lag dieser Anteil jedoch noch um 2,5 Prozent höher. Seitdem nahm einerseits die Zahl der unbefristeten Arbeitsangebote um 9,1 Prozent zu, aber auch die der geringfügigen Arbeitsstellen um 21,9 Prozent.

384 offene Stellen wurden der Arbeitsagentur im Juli gemeldet, 10,3 Prozent weniger im Vergleich zum Juni. Ein ebenfalls saisonüblicher Rückgang, konstatiert die Agentursprecherin, der 2011 allerdings auf einem deutlich höheren Niveau, bei 430 neu gemeldeten Stellen, zu beobachten war.

Das Juli-Minus an neuen Stellen muss nach Ansicht von Agenturchef Uwe Kemper jedoch genau im Auge behalten werden, auch wenn die Vermutung naheliege, dass die Personalverantwortlichen in den Unternehmen gerade während der Sommerferien ihre Aktivitäten zurückschraubten: „Bewerber- und Stellenprofile passen nicht immer eins zu eins. Hier ist angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs von beiden Seiten Flexibilität und die Bereitschaft zur passenden Weiterqualifikation gefragt.“

238 Lehrstellen noch frei

Deutlich ist binnen Monatsfrist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen gestiegen, um 30,9 Prozent. Dass die Gruppe der 15 bis 25-Jährigen besonders betroffen ist, lässt sich nach Angaben der Arbeitsagentur in erster Linie auf das zu Ende gegan­gene Ausbildungsjahr und die damit oft verbundene berufliche Neuorientierung zurückführen. Mit Beginn des Studienjahres und der Anschlussbeschäftigungen im Spätsommer werde sich diese Entwicklung erwartungsgemäß normalisieren.

Ein strukturelles Problem deute sich in dieser Hinsicht nicht an. Denn im Vergleich zum Vorjahr sei die Arbeitslosenzahl in dieser Personengruppe leicht gesunken.

Seit Beginn des Ausbildungsjahres 2011/2012 wurden der Arbeitsagentur Korbach 1330 Lehrstellen gemeldet. Dies bedeutet einen Rückgang von 89 Stellen (minus 6,3 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber stehen 1225 gemeldete Bewerber, 17 Berufsanfänger (minus 1,4 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Aktuell gibt es nach Agenturangaben in Waldeck-Frankenberg noch 238 unbesetzte Ausbildungsplätze für 305 noch suchende Bewerber. Das bedeutet: 11,3 Prozent weniger unversorgte Bewerber und 32 Prozent weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

2654 der aktuell 4408 registrierten Arbeitslosen beziehen Leistungen auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches II (SGB II), sind also größtenteils Hartz-IV-Empfänger, die vom Jobcenter Waldeck-Frankenberg betreut werden. 1754 Arbeitslose erhalten Arbeitslosengeld I als Versicherungsleistung. Deren Zahl stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 248 Personen an, während die Zahl der SGB-II-Leistungsbezieher um 88 sank.

Nach Angaben von Reinhold Lohmar, dem Geschäftsführer des Jobcenters, ist im gleichen Zeitraum die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten erneut, von 5727 auf 5660, gesunken. Im Vergleich zum Juli 2011 ging diese Zahl um 285 Personen (minus 4,8 Prozent) zurück.

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