Weitgehend unbekannte Krankheit mit Aktion in den Fokus rücken

Lipödem: Fotoshooting mit betroffenen Frauen aus ganz Nordhessen

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Posieren trotz Krankheit Lipödem: Am Kloster Haydau entstanden die Bilder der betroffenen Frauen aus ganz Nordhessen. 

Vöhl/Morschen – „Hallo Ich – Ich liebe dich“ stand auf den weißen Unterhemden, mit denen sich jetzt gut 35 Frauen aus ganz Nordhessen am Kloster Haydau im Schwalm-Eder-Kreis fotografieren ließen.

Das Besondere: Alle leiden unter der Krankheit Lipödem, einer Fettverteilungsstörung. Trotzdem wollten sie sich und ihre Körper zeigen und so die Krankheit in den Fokus rücken.

„Wir haben gelacht und geweint, die Stimmung war super“, sagt Daniela Vetter aus Vöhl. Die 21-Jährige ist selbst Betroffene und hatte im Vorfeld in der WLZ dazu aufgerufen, dass auch andere Frauen mitmachen sollten. „Es kamen wahnsinnig viele Rückmeldungen“, sagt sie. Anfangs sei das Fotoshooting mit gut 15 Betroffenen geplant gewesen, am Ende seien es etwa 35 gewesen.

"Niemand hat sich vor der Kamera geschämt"

Die Fotografin Anna Lysikow aus Willingshausen im Schwalm-Eder-Kreis machte die Aufnahmen der Frauen, die auch noch im Internet veröffentlicht werden sollen. Auch weitere Aktionen kann sich die Frauengruppe vorstellen, man werde weiterhin Kontakt halten, sagt Daniela Vetter. „Wir haben uns vorher nicht gekannt, uns aber gleich super verstanden. Uns verbindet etwas.“

Zwischen 15 und etwa 60 Jahren alt waren die Frauen, die zum Fotoshooting zum Kloster gekommen waren. Anfangs habe sie gedacht, das Posieren würde ihr schwerfallen, sagt die Vöhlerin. „Aber niemand von uns hat sich vor der Kamera geschämt. Dadurch haben wir noch einmal Selbstbewusstsein bekommen.“

Nicht nur vor der Fotokamera standen die Frauen. Auch ein Team von Sat.1 war dort, aufmerksam geworden durch den WLZ-Bericht. Für eine Sendung entstand ein Beitrag, für den auch Daniela Vetter interviewt wurde. Der Sendetermin ist noch unklar.

Schon in den vergangenen Wochen habe sie viele positive Rückmeldungen bekommen, viele Betroffene hätten sich bei ihr gemeldet – sogar ein Jobangebot hat sie bekommen. „Viele Leute haben ihren Respekt ausgesprochen, dass ich das gemacht habe.“ Ein tolles Gefühl für die 21-Jährige.

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