Eröffnung des Literarischen Frühlings mit Sorge um die Demokratie

Literaturfestival hat politische Umbrüche im Blick

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Bei der Eröffnung des Literaturfestivals in der Frankenberger Rathausschirn: Autor und ehemaliger Verlagsleiter Michael Krüger (Mitte) und Literaturkritiker Denis Scheck (rechts) mit den Organisatoren des Literarischen Frühlings (von links) Andreas Engelhoven (Schloss Waldeck), Christiane Kohl (Bärenmühle) und Susan Lorenz (Die Sonne Frankenberg).

Waldeck-Frankenberg. „Der Lenz ist da, der literarische Lenz“. Mit diesen Worten eröffnete Christiane Kohl vom Organisatorenteam am Samstagabend vor rund 120 Gästen in Frankenberg offiziell das Festival Literarischer Frühling 2017, an dem zwei Dutzend hochkarätige Künstler mitwirken.

Diesen heiteren Worten folgten allerdings ernste – Worte voller Sorge aufgrund antidemokratischer Entwicklungen in den USA, der Türkei und Ländern der EU. „Wir sitzen auf einem Pulverfass“, sagte Landrat Dr. Reinhard Kubat mit Blick – unter anderem – auf die Präsidentenwahl in Frankreich und die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen. 

„Schreiben Sie gegen Ignoranz und Dummheit an. Finden Sie klare Worte gegen den Diktator in Syrien, gegen Trump und Erdogan“, forderte er die Schriftsteller auf. „Ihre Fantasie können Sie nutzen, um Dinge zu verändern“. Neben der aktuellen geht es laut Christiane Kohl beim Festival in einem Schwerpunkt um eine andere, gewaltige Umbruchzeit – die der Reformation vor 500 Jahren. Damit erhalte der Eröffnungsort des Literaturfests, das Frankenberger Rathaus, besondere Bedeutung. 

Denn das ebenfalls 500 Jahre alte Gebäude spiegele den Geist der Zeit wider. Zum 6. Mal lockt das Festival viele Gäste in den Landkreis. „Normalerweise besuchen wir aus Waldeck-Frankenberg Kulturveranstaltungen in Kassel oder Marburg, nun kommen Leute aus Kassel oder Marburg zu uns“, freute sich Kohl. 

Manche Besucher reisten sogar von viel weiter her an. Landrat Kubat dankte den Organisatoren der drei Hotels Die Sonne Frankenberg, Schloss Waldeck und Bärenmühle Ellershausen für ihr Engagement. Zum Auftakt berichtete Autor und Ex-Verlagsleiter Michael Krüger im Gespräch mit Literaturkritiker Denis Scheck von seinem literarischen Wirken.

Mehr zu den Veranstaltungen des Literarischen Frühlings und ein Interview mit Literaturkritiker Denis Scheck lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der WLZ am 24. April  

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