Am Ende zahlen alle Verbraucher

Lkw-Maut gilt jetzt auch auf Bundesstraßen in Waldeck-Frankenberg

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Kein Blitzer: Eine Lkw-Maut-Säule bei Brünhausen (Landkreis Diepholz, Niedersachsen).

Waldeck-Frankenberg. Die Lkw-Maut gilt seit Anfang dieser Woche nicht mehr nur auf Autobahnen und auf vierspurig ausgebauten Bundesstraßen, sondern auch auf einfachen Bundesstraßen wie sie im Landkreis Waldeck-Frankenberg üblich sind.

Mit einer Verdopplung ihrer jährlichen Mautrechnung rechnen Unternehmen der Fracht- und Logistikbranche im Landkreis, so auch der Volkmarser Baustoffhändler Christoph Lange, der bisher für seine Flotte von 21 modernen 40-Tonnern rund 120.000 Euro an Straßenbenutzungsgebühr zahlen musste.

Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) mit Sitz in Bonn, berichtet auf Nachfrage dieser Zeitung, dass einzelne Verbandsmitglieder mit 63 Prozent Mautmehrkosten rechnen. Doch die Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen sei nur der erste Schritt: Zum 1. Januar 2019 werden die Kilometersätze bei der Maut deutlich steigen.

Noch ist ungewiss, ob sich eine nennenswerte Zahl von Autobahnmaut-Flüchtlingen durch die gleich hohe Bundesstraßenmaut davon abhalten lässt, auf ihrem Weg von Diemelstadt nach Gießen und Frankfurt quer durch das Waldecker und Frankenberger Land zu fahren. Als sicher gilt jedoch, dass die zusätzlichen Kosten für Lkw-Frachten letztlich auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Bundesweit rechne TollCollect, der vom Bund beauftragte Betreiber des Mautsystems, durch beide Änderungen mit Mehreinnahmen von drei Milliarden Euro. Längst hätten die Mitgliedsunternehmen ihre Frachtkosten neu kalkuliert und an ihre Kunden weitergegeben, so Labrot.

Dennoch kann der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik der Lkw-Maut auch etwas Gutes abgewinnen. Labrot: „Das Geld fließt in den Straßenbau. Das ist auch nötig.“

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