Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie begrüßen Lockerungen in der Coronakrise

Persönlicher Service weiterhin gefragt

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Sophie Valentin, die Geschäftsführerin im Bettenhaus Brack, zeigt sich optimistisch und nutzt die Krise zur Weiterentwicklung ihres Beratungsangebots und Online-Shops. Foto: Privat

Der mehrwöchige Lockdown in der Coronakrise hat viele Betriebe an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht. Entsprechend erleichtert reagieren Geschäftsinhaber auf die weitreichenden Lockerungen der Landesregierung, auch wenn sie für die einen zu spät und für die anderen zu früh kommen.

Fest steht: In den Kleinstädten der hiesigen Region normalisiert sich das Leben langsam wieder, nachdem die Geschäfte wieder unter Sicherheitsauflagen öffnen durften.

Aber auch die Gastronomie kann wieder aufatmen, denn am kommenden Freitag, 15. Mai, dürfen die Restaurants unter Einhaltung der Abstandsregelungen wieder öffnen. „Wir freuen uns, unsere Stammkunden endlich wieder persönlich zu sehen“, betont Bärbel Kiepe. Zum Glück sei ihr Lieferservice während des Lockdowns gut gelaufen, so habe sich der große Aufwand gelohnt. Insbesondere die Spargel- und Bratengerichte seien beim Abholservice sehr gefragt gewesen.

„Für uns ist es wichtig, den Kontakt zu unseren Kunden zu behalten, die überwiegend aus den umliegenden Orten – zum Beispiel aus Bad Arolsen, Korbach oder Marsberg – kommen. Wir kennen die meisten Leute und wollen sie richtig verwöhnen“, sagt die Gastronomin.

„Insgesamt sind wir ganz zufrieden mit der Geschäftslage in der Krise. Wir achten weiterhin auf Frische und Qualität der Produkte, außerdem auf ein abwechslungsreiches Angebot“, sagt Bärbel Kiepe und verweist auf ihre wechselnde Speisekarte mit vielen saisonalen und regionalen Spezialitäten.

Während die Gastronomie nach dem Lockdown den Wiedereinstieg ins Geschäftsleben finden muss, herrscht beim Einzelhandel schon wieder so etwas wie Normalität. So zeigt sich in der Einkaufsstadt Korbach Erleichterung und vorsichtiger Optimismus.

„Wir haben in den vergangenen Wochen eine insgesamt gute Resonanz“, freut sich Sophie Valentin, die Geschäftsführerin vom Bettenhaus Brack und betont: „Da unsere Kunden in der Regel sehr gezielt kommen, ist aktuell kein großer Unterschied zur Vorkrisenzeit festzustellen. Allerdings melden sich einige Kunden zu Beratungen für Bettsysteme und Nackenstützkissen vorher an. So können wir uns sehr gut auf die Frequenz einstellen.“

„Natürlich haben wir auch mit Umsatzausfällen während des Lockdowns zu kämpfen. Dennoch sind wir sehr froh über den Zuspruch unserer treuen Kunden. Der eine oder andere Euro wird gerade jetzt in ein schönes Zuhause, vor allem in eine gute Bettausstattung investiert. Gerade in diesen Zeiten muss man eben gut schlafen.“, erklärt die Unternehmerin.

Um das Verkaufsgeschäft in der Krise in Gang zu bringen, bietet das Bettenhaus Brack in den Bereichen Zudecken, Kopfkissen und bei Matratzen und Bettsystemen Sonderaktionen und Spezialangebote.

Um für eine erneute Verschärfung der Lage gewappnet zu sein, arbeitet das Bettenhaus Brack unter anderem an der Weiterentwicklung seines Onlineshops. Auch Digitale Beratungen via Skype oder Videochat stehen im Focus. Sophie Valentin: „Außerdem möchten wir Beratungen nach Terminvergabe – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten – ausbauen, um den Personalbedarf besser zu steuern, um Kundenstaus im Laden zu vermeiden und um uns mit viel Ruhe intensiv unseren Kunden widmen zu können.“

Mit einer Prognose zur weiteren Entwicklung ist Sophie Valentin aber vorsichtig. „Wie sich die Lage in der nächsten Zeit entwickeln wird, hängt ja sehr von den Infektionszahlen ab und ob es einen weiteren Lockdown geben wird. Trotzdem bleiben wir optimistisch.“

Auch im Küchenstudio La Cucina Am Mühlengraben in Korbach geht es nach Lockerung des Lockdowns fast wieder normal zu. Während die Monteure unter Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen weiterarbeiten durften, musste das Küchenstudio einige Wochen geschlossen bleiben. Doch nun ist die Ausstellung unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften wieder zur Besichtigung geöffnet, und die Einrichtungsexperten stehen nach Terminabsprache zur persönlichen Beratung gern zur Verfügung. „Noch ist es hier relativ ruhig, die Laufkundschaft ist noch vorsichtig. Aber die Zahl der telefonischen Anfragen ist in den vergangenen Tagen stark gestiegen“, ist Mitinhaber Reinhard Rode froh. Natürlich lasse sich vieles mit den Kunden per Mail abstimmen, aber eine persönliche Beratung vor Ort sei vor dem Küchenkauf weiterhin wichtig.

„Aber Achtung: Wer sich für eine Küche interessiert, sollte auf jeden Fall mit längeren Lieferzeiten rechnen und rechtzeitig – am besten ein viertel Jahr vor gewünschtem Liefertermin – planen“, betont Rode. Dennoch: Generell sei die Gelegenheit günstig, Küchenprojekte anzugehen, denn viele Hersteller bieten in der Krisenzeit attraktive Rabatte.

Persönlicher Service spielt auch bei Sinemus Landtechnik in Diemelstadt-Wethen eine große Rolle. Als Case- und Steyr-Spezialist handelt der Betrieb mit Landmaschinen, und als Stiga-Fachhändler vertreibt er Rasenmäher und kümmert sich um die Inspektionen sowie Reparaturen. „Wir bauen die Mäher auf, sehen uns bei Bedarf die Grundstücke unserer Kunden vor Ort an und zeigen gern wie alles funktioniert“, erklärt Geschäftsführer Marc Sinemus.

Auch wenn beim Verkauf im Laden alle Sicherheitsbestimmungen wie zum Beispiel die Maskenpflicht eingehalten werde, so sei die Zurückhaltung der Kunden spürbar.

Sinemus: „Die Kommunikation haben wir in der Krise angepasst. Vieles wie etwa Preisabfragen lassen sich auch am Telefon und per Mail abstimmen, doch auf den Online-Handel wollen wir weiterhin verzichten – denn der persönliche Service ist nicht zu ersetzen.“   

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