Waldeck-Frankenberg

Löcher in der Ärzteversorgung

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- Waldeck-Frankenberg (lb). Die Ärzteversorgung im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist im Ungleichgewicht: Einer statistischen Überversorgung steht ein faktischer Ärztemangel auf dem flachen Land gegenüber.

Mit 114 niedergelassenen Ärzten gilt der Landkreis Waldeck-Frankenberg als überversorgt. Doch was die Statistik nicht abbildet: Je höher die Bevölkerungsdichte ist, desto mehr Hausarztpraxen gibt es auch. Und entsprechend weniger Hausärzte gibt es in den dünn besiedelten Gebieten – bis hin zur faktischen Unterversorgung. Das hat eine Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen ergeben.

Konkret heißt das für den Kreis: Während die Korbacher, Bad Wildunger, Bad Arolser und Frankenberger die Qual der Wahl haben, gibt es in den meisten anderen Kommunen nur einen bis drei Hausärzte. In Bromskirchen gibt es gar keinen Hausarzt. In Hatzfeld, Allendorf, Frankenberg, Haina und Diemelsee versorgen die Hausärzte über 60 Prozent mehr Patienten als im hessischen Durchschnitt. Und sie werden für mehr geleistete Arbeit sogar noch finanziell bestraft: Ab einer bestimmten, gesetzlich limitierten Fallzahl bekommt der Arzt die zusätzlichen Patienten nicht mehr bezahlt. Die Bedarfsplanung sei völlig veraltet und dringend reformbedürftig, erklärt deshalb die Kassenärztliche Vereinigung.

Der Vergleich zum hessenweiten Durchschnitt zeigt außerdem, dass es im Landkreis Waldeck-Frankenberg weniger junge Hausärzte gibt. Die sieben jüngsten Mediziner sind zwischen 38 und 40 Jahre alt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 1. April

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