Lohnlücke im Landkreis liegt bei 23,3 Prozent

Frauen im Landkreis verdienen im Monat 744 Euro weniger als Männer

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Unterschied beim Gehalt: Frauen verdienen im Landkreis deutlich weniger als Männer.

Waldeck-Frankenberg. Die Lohnlücke zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern in Waldeck-Frankenberg liegt bei 23,3 Prozent. Damit ist der Kreis ein Schlusslicht im Vergleich der hessischen Kreise und kreisfreien Städte. Im Schnitt verdienen Frauen hier brutto 744 Euro weniger als Männer. Nur in Hersfeld-Rotenburg ist die Quote mit 23,4 Prozent noch etwas schlechter.

Hessenweit liegt die Lohnlücke bei durchschnittlich 14,1 Prozent. Allerdings: Laut Sozialministerium habe sich die Lücke von 2012 bis 2015 in Waldeck-Frankenberg um 1,2 Prozentpunkte verringert.

Auffällig ist, dass die Lohnlücke bei akademischen Berufen noch größer ist. Frauen mit Uni-Abschluss verdienen im Durchschnitt 1700 Euro weniger als Männer mit akademischem Abschluss. Deutlich schlechter schneiden Frauen auch bei Produktions- und den sogenannten MINT-Berufen (mathematisch-technisch) ab. In Hessen liegt die Lohnlücke in diesem Berufsfeld im Schnitt bei zehn Prozent, im Kreis bei 17,1.

„Die Löhne sind in Berufen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, tendenziell oft niedriger als in männerdominierten Branchen“, sagt die Frankenberger SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer. „In unserer Gesellschaft werden die besser bezahlt, die Autos reparieren, als die, die Kranke und Alte pflegen.“

„Wenn Unternehmen das Potenzial, das Frauen mitbringen, ausschöpfen wollen, werden sie künftig auch stärker auf Lohngleichheit achten müssen, sonst wandern Frauen in Regionen ab, die ihnen bessere Gehaltsperspektiven bieten“, sagt Claudia Ravensburg, Landtagsabgeordnete der CDU. Beide Politikerinnen fordern gleiche Bezahlung für gleiche oder gleichwertige Arbeit. Man müsse alles dafür tun, um zu einer Lohngleichheit zu kommen, sagt auch Beate Friedrich, Frauenbeauftragte des Landkreises.

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