Polizei überprüft den Güterverkehr auf A44

Mängel bei jeder zweiten Kontrolle

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Ralf Werner, Antonio Diaz-Eierding und Jens Herrmann vom Regionalen Verkehrsdienst in Korbach (Mitte, v. l.) gehören dem Kontrolltrupp Nordhessen an. Die Gruppe führt regelmäßig Kontrollen des Güterverkehrs in Nordhessen durch.

Waldeck-Frankenberg/Zierenberg. Bei jedem zweiten von insgesamt 86 überprüften Lastwagen und Transportern hatte die Polizei während einer Kontrollaktion auf der Rastanlage Bühleck-Süd etwas auszusetzen. Beamte des „Kontrolltrupps Nordhessen“ warfen einen genauen Blick auf den Güterverkehr.

Auch mehrere Polizisten, die in Waldeck-Frankenberg ihren regulären Dienst versehen, gehören dem Kontrolltrupp an. Dabei handelt es sich um eine „Spezialeinheit“, denn dieser Gruppe gehören nur Fachleute nordhessischer Polizeidienststellen an, die bei Themen wie Ladungssicherung, Lenk- und Ruhezeiten oder Vorschriften beim Transport von gefährlichen Gütern bestens Bescheid wissen.

Ladung zu hoch

Montagvormittag, 10.49 Uhr, A 44, Fahrtrichtung Kassel: Ein Polizeifahrzeug eskortiert den Lkw, der einen Kettenbagger transportiert, in die Kontrollstelle auf der Rastanlage, wo die Beamten sich die Papiere des Fahrers zeigen lassen, die Fahrerkarte aus dem digitalen Tachograf auswerten und die Ladungsdokumente einsehen. „Der ist vermutlich zu hoch“, kommentiert Polizeihauptkommissar Ralf Werner, üblicherweise Chef beim Regionalen Verkehrsdienst in Korbach und derzeit kommissarischer Leiter der Polizeiautobahnstation Baunatal, den Grund für die Kontrolle.

Werner wird Recht behalten. Der Arm des verladenen Baggers ragt so weit nach oben, dass die zulässige Gesamthöhe des Lastwagens um 31 Zentimeter überschritten ist. Zu schwer ist das Gespann ebenfalls. Doch damit nicht genug: Ein Gutachter der Dekra, der auch an der Kontrolle beteiligt ist, äußert Bedenken: Die schwere Baumaschine ist auf dem Lkw nicht ausreichend gesichert. Die Polizisten untersagen die Weiterfahrt. „Der Fahrer muss nachsichern, den Arm des Baggers, wenn möglich, absenken und die für das zu hohe Gesamtgewicht nötige Urkunde beantragen und uns vorlegen“, erklärt Werner die Folgen, „erst dann darf er die Fahrt fortsetzen.“ Den Mann erwartet zudem ein Bußgeld.

Ebenfalls „nachsichern“ muss ein Sprinterfahrer, den Jens Hermann und Antonio Diaz-Eierding an diesem Tag kontrollieren. Hermann ist normalerweise Dienstgruppenleiter bei der Polizeistation Bad Arolsen und derzeit kommissarischer Leiter des Verkehrsdienstes, dem Diaz-Eierding seit mehreren Jahren angehört. Beide Beamte engagieren sich im Kontrolltrupp Nordhessen, geben ihre Erfahrungen an diesem Tag auch an einen Polizeipraktikanten weiter – und auch an den Sprinterfahrer: „Wir wollen nicht nur einen Missstand aufdecken, sondern auch eine Lösung präsentieren“, erklärt Diaz-Eierding und zeigt, wo und wie die Spanngurte richtig anzulegen sind.

86 Fahrzeuge kontrolliert

Generell gehe es den Beamten nicht etwa darum, das Transportgewerbe zu drangsalieren, vielmehr wolle man um Verständnis für die gesetzlichen Regelungen werben und auf diese Weise Unfallprävention leisten. Viele Lkw-Fahrer hätten Verständnis für die Überprüfungen.

Insgesamt 86 Last- und Lieferwagen werden überprüft – bei 44 Fahrzeugen gibt es etwas zu beanstanden. In 28 Fällen sind dies Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Elf Lastwagen müssen stehenbleiben, weil Papiere fehlen, die Ladungssicherung nicht ausreicht oder technische Mängel bestehen. Gegen einen Lkw-Fahrer ergeht Strafanzeige, weil er Drogen konsumiert hat. (112-magazin.de)

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