Frankenau

Manuel Steiner hat Interesse am Frankenauer Bürgermeisteramt

- Mit dem Wechsel ins Kreishaus am 1. Januar 2010 wird der bisherige Arbeitsplatz von Reinhard Kubat frei: Frankenau braucht einen neuen Bürgermeister. Ein möglicher Kandidat ist Manuel Steiner.

Nach kurzem Zögern nickt er: „Ja, ich bin gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, zu kandidieren.“ Und seit Sonntagabend, 19 Uhr, höre sich „das Rädchen im Kopf nicht mehr auf zu drehen.“ Ob Manuel Steiner tatsächlich zur Wahl für das Bürgermeisteramt in Frankenau antritt, ist noch nicht entschieden. „Aber ich kann es mir ernsthaft vorstellen“, bestätigt Steiner entsprechende Informationen von WLZ-FZ. Die Idee, einmal Bürgermeister zu werden, ist schon einige Jahre älter, erzählt Manuel Steiner schmunzelnd: „Als Rüdiger Heß in Frankenberg als Bürgermeister ins Amt eingeführt wurde, war ich mit meinem Vater auf dem Obermarkt. Damals hat Helmut Eichenlaub zu meinem Vater gesagt: ‚Dein Sohn wird mal Bürgermeister'“. Steiner ist bisher politisch nicht aktiv, obwohl er sich seit seiner Schulzeit sehr für Politik interessiert. Das hat zwei Gründe, sagt er: Einerseits dürfe er als Angestellter der Verwaltung nicht in einem städtischen Gremium wie der Stadtverordnetenversammlung mitarbeiten. Andererseits habe er Schwierigkeiten, einer Partei beizutreten, wenn er nicht zu 100 Prozent hinter den Zielen dieser Gruppierung stehen könne. Mit seinem Amtsvorgänger Reinhard Kubat habe er seine Ambition bereits besprochen. „Er hat nicht versucht, mich abzuhalten“, erzählt er mit einem Lachen. Allerdings habe Kubat ihm deutlich gemacht, wie viel Verantwortung und Engagement der Beruf des Bürgermeisters verlange. Während Manuel Steiner von Frankenauer Bürgern als möglicher Kandidat angesprochen wurde, wird die Nachfolge Kubats auch in den Frankenauer Fraktionen in den nächsten Wochen Thema sein. Die SPD ist die stärkste Macht im Frankenauer Parlament. Sie stellt auch den Ersten Stadtrat, Norbert Geisler, der dieses Amt seit 1997 inne hat. Er wird die Amtsgeschäfte kommissarisch übernehmen, wenn bis zum 1. Januar kein neuer Bürgermeister bereit steht. Der Polizist wird von seinem Dienstherrn für diese Aufgabe freigestellt. In den vergangenen Jahren hat er immer wieder die Urlaubsvertretung für Kubat übernommen. Aufgrund der jahrelangen Praxis wisse er, was im Fall einer kommissarischen Übernahme des Amtes auf ihn zukommt, sagt Geisler: „Ich kenne die Verwaltung, die Mitarbeiter kennen mich. Man kann sagen, wir sind aufeinander eingestellt.“ Auf eine mögliche eigene Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters angesprochen, reagiert er vorsichtig: „Da sind Entscheidungsträger von anderer Seite gefragt.“ Definitiv „Nein“ sagen wollte er im Gespräch mit WLZ-FZ aber auch nicht: „Darüber habe ich mir auf noch keine tiefgreifenderen Gedanken gemacht.“ Die Freien Bürger würden in den nächsten Tagen darüber sprechen, sagte Horst-Werner Bremmer. Er wollte gestern noch gar keine Aussagen machen, ob und wen die Freien Bürger möglicherweise nominieren könnten. Reinhard Kubat war im September 2007 mit 92,6 Prozent von den Frankenauern als Bürgermeister wiedergewählt worden. Diese Zahl zeigte deutlich, dass die Frankenauer mit der Arbeit Kubats sehr zufrieden waren – in der Ziegenbockstadt war das nach Kubats Vorgängern nicht selbstverständlich. Parlamentschef Thomas Scheerer ging damals angesichts des guten Ergebnisses „schon mal von einer dritten Amtszeit aus“. (apa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare