Sparkasse Waldeck-Frankenberg legt Bilanz für 2013 vor · Erfolgreiches Kerngeschäft in Niedrigzinsph

Marktführer mit Mut und Selbstvertrauen

„Wir setzen auf unsere Stärken“: Vorstandsvorsitzender Michael Bott (r.) und Vorstandsmitglied Heinz-Robert Behle bilanzierten gestern das Geschäftsjahr 2013 im neu gestalteten Sparkassen-Hochhaus am Nordwall. Auch wenn noch einige Bauarbeiten anstehen, ist die neue Optik des stadtbildprägenden Gebäudes bereits gut erkennbar. Fotos: Kobbe

Waldeck-Frankenberg - Das extrem niedrige Zinsniveau und der verschärfte Wettbewerb auf dem Markt der Finanzdienstleister haben die Sparkasse Waldeck-Frankenberg 2013 vor besondere Herausforderungen gestellt.

„Unter diesen Rahmenbedingungen verlief die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr zufriedenstellend“, resümieren Vorstandsvorsitzender Michael Bott und Vorstandskollege Heinz-Robert Behle. Vor allem in ihrem Kerngeschäft betätigte sich die Sparkasse erfolgreich. Zum Ende des Berichtsjahres beträgt die Gesamtsumme der hinterlegten Vermögenswerte 1,897 Milliarden Euro. „Damit konnten wir den Bestand um erfreuliche 50,3 Millionen Euro oder 2,9 Prozent steigern“, betont Bott.

„Herkulesaufgabe“

Die Bilanzsumme lag am Ende des vergangenen Jahres bei 2,032 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 5,2 Prozent. Um einen Euro zu verdienen, musste die Sparkasse im Berichtsjahr 61,7 Cent investieren. „Damit liegen wir mit einem leichten Vorteil unter dem Durchschnitt unserer Vergleichssparkassen“, stellt Bott fest. Diese bei den Sparkassen wichtige „Cost-Income-Ratio“ lag 2012 jedoch niedriger, bei 56,9 Cent. Beeinflusst wurde das 2013 schlechtere Verhältnis von Aufwand und Ertrag vor allem durch die Kosten für die Fenster- und Fassadensanierung des achtstöckigen Hochhauses am Nordwall. „Dafür haben wir rund drei Millionen Euro in die Hand genommen“, berichtet der Vorstandsvorsitzende von der „Herkulesaufgabe“ der Jahre 2013 und 2014.

In den vergangenen Tagen wurden bereits Teile des Gerüstes inklusive der Planen abgebaut. Die neue Optik des stadtbildprägenden Gebäudes ist bereits gut erkennbar. Ab Montag wird der Nordwall, der wegen der Bauarbeiten lange halbseitig gesperrt war, wieder uneingeschränkt befahrbar sein. Die weiteren Arbeiten an der Fassade und die Erneuerung der Außenanlagen werden laut Bott noch vor den Sommerferien abgeschlossen.

Das Kreditgeschäft (Ausleihungen an Kunden) wuchs 2013 auf 1,142 Milliarden Euro - also um fast 15 Millionen Euro gegenüber 2012. Vor allem Häuslebauer sorgten dafür, aber auch Hausbesitzer, die sich an der Sparkasse orientiert und ihr Eigenheim energetisch auf den neuesten Stand gebracht haben, erläutert Heinz-Robert Behle. In diesem Segment sorgen die niedrigen Zinsen weiterhin für hohe Nachfrage, bei den Baufirmen für volle Auftragsbücher und nicht zuletzt bei der Immobilienvermittlung, die von der Sparkasse in allen vier Mittelzentren betrieben wird, für gute Abschlüsse.

Wege aus der Realzinsfalle

„Diese Erfolge des Geschäftsjahres 2013 waren nur durch den täglichen, engagierten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich. Dafür sagen wir unseren herzlichen Dank“, unterstreichen Bott und Behle unisono. Rund 500 Angestellte beschäftigt das größte heimische Institut (siehe Hintergrund).

Als Anlagestrategie gegen die drohende Realzinsfalle empfehlen die Berater der Sparkasse: „Die Mischung macht’s!“ In den auf die persönliche Situation des Kunden ausgerichteten Beratungsgesprächen gelte es, durch den Aufbau einer optimalen Anlagestruktur den Werterhalt seines Vermögens vorzubereiten. „Wir fordern unsere Kunden auf: Reagieren Sie aktiv auf die Niedrigzinsphase mit breit gestreuten Anlagen“, schildert es Behle. Strategisch gehöre dazu unter anderem eine Bestandsaufnahme des Vermögens und die gemeinsame Ermittlung der Anlegermentalität des Kunden aus seiner persönlichen Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft.

Die beiden Vorstandsmitglieder rechnen damit, dass der von der Europäischen Zentralbank gesteuerte Niedrigzins-Kurs noch geraume Zeit andauern wird. Umso höher sei deshalb die Bedeutung einer persönlichen und vertrauensvollen Beratung. „Die ist der Qualitätsanspruch, den wir vor allem selbst an uns stellen“, unterstreicht Behle - und der die Sparkassen auch im Wettbewerb mit den Direktbanken mit einem Alleinstellungsmerkmal ausstatte.

Als einer der größten Förderer der Region unterstützte die Sparkasse Waldeck-Frankenberg auch 2013 wieder zahlreiche Projekte in sozialen Bereichen, im Sport sowie in Kunst und Kultur. Darüber hinaus stellt die 1985 gegründete Sparkassen-Stiftung Waldeck-Frankenberg finanzielle Mittel für gemeinnützige Vorhaben im Geschäftsgebiet zur Verfügung. „In der Summe haben wir nahezu 470 000 Euro an Vereine, gemeinnützige und soziale Organisationen ausgezahlt. Damit konnten viele Projekte umgesetzt werden, die ohne unsere Förderung nicht oder nur teilweise hätten realisiert werden können“, so Michael Bott.

Optimistisch und selbstbewusst blicken die beiden Vorstandsmitglieder in die Zukunft: „Wir setzen auf unsere Stärken und werden als Marktführer im Wettbewerb mehr Mut, Selbstvertrauen und Ausdauer beweisen als andere. Unser Geschäftsmodell wird Bestand haben, weil wir das Vertrauen unserer Kunden genießen.“

Hintergrund

Die Aus- und Weiterbildung hat seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert in der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. Im Sommer 2014 werden 19 junge Leute in ihre berufliche Zukunft als Bankkaufleute starten. Die Ausbildung wird mit Seminaren und zusätzlichem fachspezifischen Unterricht unterstützt. Die Chancen zur Übernahme nach der Ausbildung sind sehr gut. Zahlreiche Positionen in der Kundenberatung sowie in anderen Bereichen sind mittel- bis langfristig neu zu besetzen, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Gemeinsam mit den Beruflichen Schulen in Korbach und der Fachhochschule Bielefeld bietet die Sparkasse erstmalig zum Sommer 2015 auch die Möglichkeit des dualen Studiums an. Um den wachsenden Ansprüchen insbesondere in der Kundenberatung gerecht zu werden, unterstützt die Sparkasse ihre Mitarbeiter mit einem breit gefächerten Weiterbildungsangebot. So haben im vergangenen Jahr 31 Angestellte qualifizierte Weiterbildungsprogramme erfolgreich abgeschlossen. Zurzeit besuchen 48 Sparkassenmitarbeiter zum Teil mehrmonatige Seminare und Studiengänge. „Weiter stehen wir als Arbeitgeber von rund 500 Mitarbeitern für die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein aktives Gesundheitsmanagement sowie für sichere Arbeitsplätze in der Region“, bekräftigt Michael Bott. Im familienfreundlichen Unternehmen Sparkasse gibt es Beratungsgespräche für werdende Eltern, Unterstützung bei der Suche nach Kindertagesstätten und auch Hilfe, wenn ein Mitarbeiter Pflegezeit in Anspruch nehmen möchte. Wiedereinstiegsprogramme nach der Rückkehr aus Eltern- oder Pflegezeit, flexible Arbeitszeiten, Jobsharing oder Teilzeitbeschäftigung innerhalb der Elternzeit ergänzen das Portfolio, um qualifizierte Fachkräfte an das Unternehmen zu binden.(tk)

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