Nachfrage ist riesig, Ware teilweise knapp

Maskenpflicht ab Montag: Wo man Mund-Nase-Schutz bekommen kann

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Ab Montag gilt in Hessen eine Maskenpflicht: Beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen müssen Menschen ab sechs Jahren dann eine Maske tragen.

Die Tragepflicht ist da. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg bieten unterschiedlichste Stellen inzwischen Gesichtsmasken an. Eine kleine Übersicht ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

In der Burg-Apotheke Volkmarsen hat Apotheker Günther Böttrich mehrere tausend dreilagige OP-Masken im Angebot. Mit einem Kompagnon ist er dabei, eine sichere Lieferkette aus China für weitere Schutzmasken (auch FFP2) und Schutzbekleidung aufzubauen. Diese Firma, die Böttrich neben der Apotheke betreibt, beliefert Kliniken, Behörden und Seniorenheime.

Auch die Apotheken in Korbach verkaufen die einfachen Einweg-OP-Masken. „Ich habe alleine heute Vormittag schon 25 Packungen à fünf Stück verkauft“, sagt Helmut Heisig von der Kilian-Apotheke. An Nachschub zu kommen, sei derzeit aber kein Problem.

In der Klinikstadt Bad Wildungen mit seinen vielen älteren Einwohnern sieht es anders aus. Zwar melden sich Anbieter von waschbaren Gesichtsmasken mit ihren Angeboten und in regelmäßigen Abständen werden Einmal-OP-Masken geliefert, aber „beides ist binnen kurzer Zeit verkauft“, berichtet eine Mitarbeiterin etwa der Stern-Apotheke. Die Nachfrage sei „gigantisch“. Viele Ältere kauften seit Längerem Masken; eines Teils aus Angst, anderen Teils, weil Maskenpflicht in mancher Arztpraxis nicht erst jetzt bestehe.

Selbst genähte Masken gibt es in Bad Arolsen unter anderem bei LifeStyle Moden am Kirchplatz sowie bei Mergo und bei Flair-Mode in der Bahnhofstraße. Wäschepoint hat Masken in seinen Filialen in Bad Arolsen und Korbach im Sortiment. Die Hofapotheke am Kirchplatz hat ebenfalls Gesichtsmasken im Angebot.

Die Caritas-Konferenz St. Marien und Katholische Frauengemeinschaft (kfd) Korbach nähen im Rahmen des Projektes „Hilfe gefragt?!“ ehrenamtlich Behelfs-Schutzmasken. Die Näherinnen statten damit zunächst Umfeld und ehrenamtliche Helfer aus, geben restliche Masken aber auf Nachfrage weiter.

Ein Beispiel für lokale Schneidereien. Schneidermeisterin Ute Schlenger aus Usseln stellt derzeit mit ihren Mitarbeitern eigentlich nur noch Mundschutzmasken her. Sie bestehen aus drei Lagen Baumwolle, sind zwar keine Medizinprodukte, aber eine Barriere. Wer modische Akzente setzen möchte: Extravagante Design-Masken hat die Korbacher Künstlerin Stephanie Bing entworfen, die sie über ihren Online-Shop vertreibt.

In größerem Maßstab produzieren zwei Unternehmen in Bad Wildungen wasch- und wiederverwendbare Gesichtsmasken. Die Firma Bänfer-Sportmatten und -geräte richtete ihre Produktion vor drei Wochen auf den neuen Artikel ein; binnen zwei Tagen. Teils setzen Näherinnen eigene Maschinen ein. Die Mitarbeiterinnen brachten Erfahrungen aus der Bekleidungsindustrie in die Ausgestaltung mehrerer Muster ein. „Diese optimierten wir in Absprache mit dem Gesundheitsamt“, berichtet Marcus Wechselberger von Bänfer.

Heraus kam eine nicht-medizinische Gesichtsmaske mit zwei Materialschichten. Sie lässt sich auffächern, an die Gesichtsform anpassen und bei 90 Grad waschen. Verkauft wird sie in Zehnersets. Lieferzeit: 14 Tage.

Ähnlich agiert Timo Hartmann mit seinem Unternehmen: „14 Näherinnen produzieren im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr“; mehrere Farben, Aufdrucke etwa für Firmenkunden und mehr inklusive. Privatkunden können die waschbaren Masken auch als Einzelstücke zu den Öffnungszeiten kaufen. „Die Nachfrage ist sehr groß, aber wegen der eigenen Produktion sind Masken vorrätig“ berichtet Hartmann.

Von Lutz Benseler, Elmar Schulten, Matthias Schuldt

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