Produktionsprobleme führen zu Lieferengpässen

Medikamente können auch in Waldeck-Frankenberg knapp werden

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„Ihr Medikament ist derzeit vergriffen“ – das hören Patienten in der Apotheke immer wieder. Denn einige Arzneimittel sind von Lieferengpässen betroffen.

„Ihr Medikament ist derzeit vergriffen“ – das hören Patienten in der Apotheke immer wieder. Denn einige Arzneimittel sind von Lieferengpässen betroffen.

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) liegen aktuell 223 Meldungen über eingeschränkte Verfügbarkeit oder Lieferengpässe vor. Der Grund: Produktionsprobleme.

 „Meist sind Herz-Kreislauf-Medikamente und Schmerzmittel betroffen“, sagt Dr. Philipp Hajek von der Apotheke am Obermarkt in Frankenberg.   Die Probleme mit den Lieferengpässen bei Medikamenten hätten in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch in der Hirsch-Apotheke in Korbach kommt es täglich zu Lieferengpässen. „Aktuell sind insgesamt 88 Präparate nicht beziehbar“, sagt Inhaber Franz Kirchner (Stand 20. August).

 Viele Patienten seien sehr verunsichert, wenn ihr Arzneimittel nicht in der Apotheke verfügbar ist. „Doch es gibt auch Alternativpräparate. Wenn das verschriebene Medikament nicht da ist, schauen wir in unserer Apotheke, ob es den gleichen Wirkstoff von einem anderen Hersteller gibt. Wenn der gesamte Wirkstoff nicht lieferbar ist, halten wir mit dem Arzt Rücksprache. Er entscheidet dann über weitere Alternativen“, sagt Hajek. 

Ein Grund für die Lieferengpässe seien unter anderem die Rabattverträge zwischen Krankenkassen und pharmazeutischen Herstellern. Der Hersteller gibt bei einer Krankenkasse einen Rabatt auf ein Medikament, die Versicherten dieser Krankenkasse erhalten dann nur noch die Präparate dieses Herstellers, schreibt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf ihren Seiten.

 „Da dann unter Umständen ein Hersteller von vielleicht 20 oder 30 in Deutschland plötzlich das ganze Land alleine versorgen soll, kommt es schnell mal zu Engpässen“, sagt der Korbacher Apotheker Franz Kirchner. Auch die Produktion im Ausland in wenigen Fabriken könne zu Problemen führen.

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