Arbeitslosenquote im Juli bei 4,9 Prozent

Mehr Arbeitslose zu Beginn der Sommerferien

Waldeck-Frankenberg - Zu Beginn der Sommerferien melden sich viele Schul- und Ausbildungsabsolventen arbeitslos. Mit der Folge: steigende Arbeitslosenzahlen.

Aktuell sind in Waldeck-Frankenberg 4238 Menschen arbeitslos, 127 mehr als im Vormonat. Saisonal üblich sei der Anstieg zum Start der Sommerferien, erklärte Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit in Korbach. Die Arbeitslosenquote hat sich von Juni auf Juli leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent erhöht. Damit ist die Situation entspannter als noch vor einem Jahr: Im Juli 2013 lag die Quote bei 5,3 Prozent. Im gesamten Agenturbezirk, der auch den Schwalm-Eder-Kreis umfasst, liegt die Arbeitslosenquote bei 5,0 Prozent. Von einer richtigen Sommerflaute kann aber noch nicht gesprochen werden. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die vorübergehende Arbeitslosmeldungen vieler Schul- und Ausbildungsabsolventen zurückzuführen, wie Kemper erklärt. So sei im Agenturbezirk die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen im Alter von 15 bis unter 20 Jahren diesen Monat um 12,1 Prozent auf 226 gestiegen. Diese Zahl zeige aber auch, dass ein großer Teil der Jugendlichen eine Anstellung gefunden habe. Trotzdem sei der Anteil der Unversorgten auf dem Ausbildungsmarkt höher als im Vorjahr. Kemper appellierte an die Arbeitgeber, nicht nur auf gute Noten zu schauen und an die Jugendlichen, nicht nur auf Trendberufe zu setzen. Deutlich schwerer auf dem Arbeitsmarkt hat es die Generation 50 plus: 1632 der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg sind 50 Jahre und älter. Betroffen sind vor allem ältere Menschen in der Grundsicherung (SGB II): Das Kreisjobcenter betreue in der Altersgruppe der über 55-Jährigen fast die Hälfte mehr Arbeitslose als noch vor einem Jahr, sagte Jobcenter-Geschäftsführer Reinhold Lohmar. Insgesamt beziehen 5592 Menschen in 4273 Bedarfsgemeinschaften Leistungen vom Kreisjobcenter, davon sind 2588 arbeitslos.Auch Langzeitarbeitslose, die rund ein Drittel aller Arbeitslosen im Bezirk ausmachen, haben wieder vermehrt Probleme, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen: Viele Arbeitgeber gingen davon aus, dass ihre Kompetenzen nicht mehr aktuell seien. Kemper: „Qualifizierende Maßnahmen sind deshalb die einzige Chance, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.“ Von Lutz Benseler

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