Maschinenring plant „Nährstoffbörse“

Mehr Gülle-Transporte nach Waldeck-Frankenberg

Landwirte aus Regionen mit hohem Viehbesatz  bringen seit vergangenem Jahr vermehrt ihre überschüssige Gülle in den Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Waldeck-Frankenberg. Diese Transporte stinken manchem Waldeck-Frankenberger: Landwirte aus Regionen mit hohem Viehbesatz wie dem Münsterland bringen seit vergangenem Jahr vermehrt ihre überschüssige Gülle in den Landkreis.

Der Bedarf an Fläche für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger ist 2017 in Waldeck-Frankenberg dadurch um rund zwei bis drei Prozent gewachsen. Das erklärte Jörg Schäfer vom Regierungspräsidium in Kassel.

Während Landwirte in den Viehhaltungs-Schwerpunkten die Gülle längst nicht mehr auf den eigenen Feldern unterbringen können, wird in Waldeck-Frankenberg weniger organischer Dünger erzeugt, als auf den Flächen aufgebracht werden dürfte. 

Tatsächlich ist die Viehhaltung im Landkreis seit Jahren rückläufig: „1989 gab es in Waldeck-Frankenberg noch rund 30 000 Milchkühe, aktuell sind es rund 23 000, bei Mastschweinen dürfte der prozentuale Rückgang ähnlich sein“, sagte Kreisbeigeordneter Fritz Schäfer, zuständiger Dezernent für die Landwirtschaft.

An dieser Stelle setzt nun ein Deutschland-interner Gülle-Tourismus ein: Landwirte, die zu viel davon haben, bieten ihre Gülle an. Bauern aus Regionen mit viel Ackerfläche und wenigen Tieren nehmen den Dünger auf. Waldeck-Frankenberg liegt insbesondere für Betriebe im Münsterland geografisch günstig: „Wir sind der erste Landkreis außerhalb Nordrhein-Westfalens“, sagte Fritz Schäfer. 

Die Transporte müssen in der Regel bei den Landwirtschaftsbehörden gemeldet werden, die aufnehmenden Betriebe werden stichprobenartig oder anlassbezogen, etwa bei einer Anzeige, kontrolliert.

Die Verteilung der Gülle soll in Hessen künftig über eine „Nährstoffbörse“ unter der Federführung des Maschinenrings organisiert werden, wie Kreisbeigeordneter Fritz Schäfer ankündigte. Das Projekt solle Mitte des Jahres vorgestellt werden. 

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