Erwartete Folgen aufgrund der beitragsfreien Kindergartenjahre

Im Kreis werden mehr Kita-Plätze und Erzieher benötigt

Ohne Beitrag in die Kita: Auch die Eltern dieser Kinder (von links Clara, Medina, Paulina und Nelly) der Kita Schatzinsel in Korbach werden durch die Beitragsbefreiung entlastet. Kinder unter drei Jahren wird das nicht betreffen.

Waldeck-Frankenberg. Eltern müssen ab dem kommenden Kindergartenjahr weniger Beiträge zahlen. Die Landesregierung will, dass drei Kindergartenjahre kostenfrei werden. Das sehen nicht nur Eltern, sondern auch die Kommunen in Waldeck-Frankenberg in vielerlei Hinsicht positiv. Sie rechnen zudem größtenteils mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Kita-Plätzen.

Sie erwarten dadurch aber auch mehr Personalbedarf und Verwaltungsaufwand. Die Opposition im Landtag hatte die Pläne kritisiert. Sie reichten nicht weit genug. Einige nordhessische Städte und Gemeinden haben bereits Bedenken geäußert, da die 136 Euro, die das Land den Kommunen pro Kind und Monat zahlen wird, nicht ausreichen würden. Eine Umfrage in unserem Landkreis hat dagegen ergeben, dass die bisherigen Gebühren, die Eltern zahlen, in den meisten Fällen unter diesen 136 Euro liegen.

„Als eine unmittelbare Folge der neuen Landesförderung erwarten wir eine erhöhte Nachfrage nach Betreuungsleistungen im Nachmittag“, sagt der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst. Wie viel Mehrbedarf es letztlich geben wird, lasse sich derzeit noch nicht beziffern.

Auch die Stadt Korbach rechnet mit größerer Nachfrage nach Betreuung. Büroleiter Ralf Buchloh: „Dadurch kann sich ein erhöhter Personalbedarf von umgerechnet bis zu sieben Vollzeitkräften ergeben.“

„Eltern werden tatsächlich entlastet“, heißt es von Seiten der Stadt Frankenberg. Das Finanzierungsmodell, das zur Hälfte auf Mittel des Kommunalen Finanzausgleichs zurückgreift, sei allerdings „fragwürdig“. Denn dieses Geld steht eigentlich den Kommunen zu. Der Landkreis als Träger der Jugendhilfe wird weniger zahlen müssen, da die Unterstützung für sozial schwache Kinder durch die Beitragsbefreiung zurückgehen wird.

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